Nach dem Versprechen der Einzelhandelsfirma, den Kreisel an der Staatsstraße im Norden Cadolzburgs für die Gemeinde zu errichten, waren die geschätzten Baukosten gestiegen: Das Staatliche Straßenbauamt verlangte eine hohe Ablöse für den zukünftigen Unterhalt und auf der Ostseite wurden bauliche Veränderungen für die breiten Schwerlastkraftwägen der Firma Cadolto vorgenommen. Über 300000 Euro fallen zusätzlich an, die will die Firma Edeka aber nicht bezahlen.
„Wir werden den Kreisverkehr wahrscheinlich nicht ganz kostenneutral erhalten“, musste Bürgermeister Bernd Obst (CSU/FWG) jetzt eingestehen. Da die Marktgemeinde aber nicht auf den Kosten sitzen bleiben will, haben schon Gespräche mit weiteren potenziellen Investoren stattgefunden. Ginge das Kalkül der Gemeindeverwaltung auf, würde der Kreisel im Endeffekt von Edeka und einem zweiten Investor gemeinsam getragen werden.
Doch die Bautätigkeit im so genannten „vierten Quadranten“ ist umstritten. „Ich bin vollkommen dagegen, dass hier erneut über tausend Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen“, protestiert beispielsweise Gemeinderat Karl Heinz Tiefel (FWG). Solch eine weitere Konkurrenz sei für die innerörtlichen Händler zu schädlich, sagt der ehemalige Vorsitzende der Kreishandwerkerschaft Fürth.
Für die SPD ist hingegen laut Johannes Strobl unstrittig, dass im vierten Quadranten gebaut werde. „Es darf aber kein Zugzwang entstehen, um schnell wieder an Geld zu kommen“, sagte Johannes Strobl auf Nachfrage. Es dürfe keine Konkurrenz zum Innenort geben und die Angebotspalette für die Bevölkerung müsse durch eine Neuansiedlung bereichert werden. „Fachhandel: ja; noch ein Discounter: nein“, meint Strobl.
Bürgermeister Obst könnte sich einen Drogeriemarkt oder einen kleinen Baufachmarkt gut vorstellen. Die Gemeinde sei aber von den Angeboten abhängig. „Ich möchte einen Discounter nicht ausschließen“, räumt Obst ein, verspricht aber, dass es sich allenfalls um eine Umsiedlung handeln könnte. Das dabei frei werdende Gebäude sollte dann nach Wünschen der Kommune neu bestückt werden.
Für Obst steht in jedem Fall fest: „Wir sind der Herr des Bauleitplanverfahrens.“ Man werde den vierten Quadranten nicht dem nächst besten Investor überlassen. Aktuell arbeite seine Verwaltung in den Vertragsverhandlungen an der Finanzierung. Die Firma Edeka könnte den Anteil der Marktgemeinde am Kreisel vorfinanzieren; der kommunale Haushalt würde nicht sofort belastet werden.
Weil Cadolzburg insgesamt mit über 20 Millionen Euro Schulden zu kämpfen hat, keimte zu Beginn der Planungen um Edeka die Hoffnung auf, dass der Investor mit einer Millionenspritze das Problem der Entwässerung in der Schafhofstraße beseitigen könnte. Da das geplante Regenrückhaltebecken aber auch wegen der relativ wenigen Parkplätze nur zu zehn Prozent von dem Einzelhändler genutzt werden wird, bauen jetzt die kommunalen Gemeindewerke die dringend notwendige Anlage.
Kostenpunkt für die Werke? Zahlen, sagt Obst, könne er noch keine nennen, lediglich „weit, weit unter einer Million“ müsste investiert werden.



