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Der 30. Juli 2012 sei der „traurigste Tag“ seines Lebens gewesen, sagt Silvio Di Fiore. Damals schloss er zum letzten Mal die Tür seines „Settantuno“ ab. Eineinhalb Jahre lang hatte er das Restaurant mit gehobener Küche betrieben, in dem ausschließlich selbstgemachte Pasta-, Fisch- und Fleischgerichte auf der Speisekarte standen.
„Das war mein persönliches Konzept, aber es hat nur hier drinnen bis zur Türschwelle funktioniert“, sagt der Gastronom selbstkritisch. In die Gustavstraße passte es einfach nicht. Bei all den Festen und Feiern, bei denen die Menschen etwas Schnelles zum Essen wollen, konnte Di Fiore nicht mitmischen. „Aber als Wirt in der Gustavstraße kann und darf man sich da nicht raushalten.“
Also warf er das Handtuch und beschloss, sein kleines Lokal zu verkaufen. Mehrere Interessenten meldeten sich. „Aber immer, wenn ich mit einem von ihnen hier hereinkam, hatte ich das Gefühl, dass ich mich nicht trennen kann“, erzählt Di Fiore. Außerdem wollte er in Fürth bleiben. Hier lebt seine Familie, hier hatte er sich bereits vor 13 Jahren mit einem klitzekleinen Lokal am Kohlenmarkt selbstständig gemacht. „Fürth ist für mich die schönste Stadt der Welt“, schwärmt der 42-Jährige. „Italien ist toll: Sonne, Strand, Meer. Aber nach dem Urlaub gehen meine Gedanken sofort zurück nach Fürth.“
Kurz vor Weihnachten beschloss er deshalb, die Räumlichkeiten in der Gustavstraße zu behalten und es mit einem neuen Konzept zu versuchen. Nun bietet er, der Gastronom, der in Italien sein Handwerk lernte, endlich auch die italienische Nationalspeise an, die alle von ihm erwarten: Pizza. Zwischen 5,50 und 9,50 Euro kostet die Portion; neben den bekannten Klassikern gibt es Variationen mit Artischocken, Kapern und Tagesgemüse. Einige sind mit Fisch und Meeresfrüchten, etwa Shrimps, Sardellen oder Lachs, belegt. „Ich komme eben vom Meer“, meint der aus Amalfi stammende Wirt lächelnd.
Auf seiner dreiseitigen Speisekarte finden sich zudem Vorspeisen wie Bruschettella (3,50 Euro) oder Mozzarella Caprese (5,50 Euro) sowie Salate (zwischen 4,50 und 7 Euro). Ergänzt wird das Ganze von frischen, hausgemachten Nudel- und Fischgerichten, die auf der Tageskarte zu finden sind.
Silvio Di Fiore mag abgekommen sein von der gehobenen Küche, auf gehobene Qualität aber legt er nach wie vor Wert. „Bei mir ist alles hundertprozentig frisch“, betont er. Nicht eine Zutat komme aus der Dose, das Brot für die Bruschetta bäckt er täglich frisch, und die Salsiccia (scharfe Salami) bezieht er vom Schwiegervater, der sie selbst herstellt. Außerdem schwört er auf die Qualität seines Kaffees: „Den kann man in Deutschland sonst nirgends kaufen, denn die Bohnen kommen von einer kleinen Rösterei direkt aus Italien.“
Mit all dem will Di Fiore nun nicht nur ehemalige Stammkunden beglücken, sondern viele neue Gäste in sein kleines, 20 Sitzplätze fassendes Lokal holen. Und er verspricht: „Ab sofort bin ich bei allen Festivals dabei.“
Mehr Informationen über die Pizza-Bar in unserer Rubrik Essen und Trinken!
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