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Nur 0,6 Prozent der Großhabersdorfer kamen

Bürgerversammlung kein Besuchermagnet: Energieversorgung und Radweg im Fokus - 15.11.2017 13:00 Uhr

Wenig Interesse zeigten die Großhabersdorfer an der Bürgerversammlung. © Foto: Ehm


Immerhin betrug der Frauenanteil zwölf Prozent. Ob dies nun am Desinteresse am kommunalen Geschehen oder aber an der Zufriedenheit mit der Arbeit von Gemeinderat und Verwaltung liegt, lässt sich wohl nur schwer feststellen. Auch in der Aussprache zum umfangreichen Bericht von Bürgermeister Friedrich Biegel wurden nur wenige Probleme angesprochen.

Heftig kritisierte ein Bürger, dass die Gemeinde nicht für eine flächendeckende Versorgung mit Erdgas sorgt. Aktuell beim geplanten Neubaugebiet "Hinter der Kirche", wo doch seinen eigenen Berechnungen nach pro Grundstück nur rund 1200 Euro Kosten anfallen würden.

Der Bürgermeister erläuterte dazu, dass diese Entscheidung einzig und allein vom Energieversorgungsunternehmen nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen werde. Bei einem Neubaugebiet werde der entsprechende Bedarf abgefragt und dann gehandelt. Die Gemeinde habe auf diese Entscheidung keinen Einfluss, was der Bürger aber partout nicht wahrhaben wollte.

Ein weiterer Kritikpunkt war der neue Radweg zwischen Großhabersdorf und Schwaighausen auf der "Alten Straße". Es sei doch wohl eine Verschwendung von Grund und Boden, wenn der Landwirtschaftsweg getrennt vom Geh- und Radweg gebaut werde. Weil dazwischen auch noch ein Streifen liegenbleibt und auf beiden Seiten ebenfalls Flächen benötigt werden, sei die Gesamtmaßnahme 17,5 Meter breit.

Bürgermeister Biegel erklärte, dass die Flurbereinigung sich grundsätzlich nur um Landwirtschaftswege kümmere, nicht aber um Geh- und Radwege. Dies sei wohl auf Probleme zwischen landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Radlern zurückzuführen. Deshalb werde der Landwirtschaftsweg von der Flurbereinigung gebaut, die Gemeinde beteilige sich daran mit zehn Prozent der Kosten. Der Geh- und Radweg sei aber ausschließlich Sache der Gemeinde.

Gemeinsame Planung

Immerhin sei es, so der Bürgermeister, in Verhandlungen gelungen, eine gemeinsame aufeinander abgestimmte Planung zu erreichen. Von einer Gemeinderätin wurde zusätzlich darauf hingewiesen, dass der geteerte Geh- und Radweg auch von den Rollstuhlfahrern des nahen Pflegeheimes genutzt werden kann.

Außerdem gab es Zahlen: Laut Biegel hat Großhabersdorf 4337 Einwohner (Stand 2. Oktober), die Pro-Kopf-Verschuldung lag bei 625 Euro. Größere Projekte habe die Gemeinde in den folgenden Jahren mit der Generalsanierung des Kindergartens Tulipan in der Hadewartstraße zu stemmen, dessen übergangsweiser Umzug in das Schulgebäude eben abgeschlossen wurde.

Ein Millionenprojekt sei die Generalsanierung des historischen Gebäudes "Gelber Löwe". Dazu kommen das Neubaugebiet "Hinter der Kirche", die dringende Sanierung der Oberen Bachstraße, die Renaturierung des Schlauersbaches mit der Kleingartenanlage und Wohnmobilstellplätzen sowie die Umstrukturierung von gemeindlichem Bauhof und Feuerwehr im Mehrzweckgebäude und im Gewerbegebiet. 

GÜNTER GREB

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