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Oberasbach sorgt sich um die Radler

Kreisel soll Situation an der Kreuzung Langenäckerstraße/Hainbergstraße entschärfen - 18.07.2018 06:00 Uhr

Für Autos heißt es Warten, wenn sie aus der Langenäckerstraße (links) in die Hainbergstraße einbiegen wollen. Radler müssen die stark befahrene Straße sogar überqueren, um zum Radweg zu gelangen. © Foto: Thomas Scherer


Das Bauamt und das beauftragte Ingenieurbüro hatten ganze Arbeit geleistet: Sage und schreibe acht Kreiselvarianten mit teils größeren, teils kleineren Unterschieden stellte Stadtbaumeister Peter Kleinlein im Gremium vor, dazu kam die Diskussion um den Radweg. Den Stadträten brummte anschließend der Kopf. Er könne sich nicht entscheiden, sagte Jürgen Schwarz-Boeck (CSU). Peter Heinl (SPD) bekannte, er fühle sich angesichts der diversen Planungen "wie erschlagen".

Hainberg als Problem

Eine Entscheidung zugunsten einer Planungsvariante stand glücklicherweise nicht an, zunächst ging es um die Beratung. Was freilich letztlich auch gebaut wird – Verhandlungen mit der Unteren Naturschutzbehörde stehen auf jeden Fall auf der Tagesordnung. Zwar hat sich die Stadt schon vor Jahrzehnten, noch bevor der Hainberg als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde, einen entsprechenden Geländestreifen auf der Ostseite der Hainbergstraße gesichert, jedoch überschreitet das Bauwerk des Kreisverkehrs diese Grenze. Das Bauamt geht davon aus, dass diese Tatsache "die Maßnahme verkompliziert".

Ebenfalls beachtet werden muss die Situation einer Tankstelle in der Langenäckerstraße. Eine notwendige, herkömmlich gebaute Mittelinsel würde die Treibstofflieferungen mit großen Tanklastzügen für den Gewerbebetrieb verhindern. Ein verlängerter Fahrbahnteiler mit abgeschrägten Bordsteinen soll es den Sattelzügen ermöglichen, das Hindernis zu überwinden. Die Überlegungen drehten sich alle um eine Frage: Wie kommen Radfahrer von der Langenäckerstraße sicher über die Hainbergstraße zum dort verlaufenden Radweg?

Möglich wäre dies beispielsweise über zwei Mittelinseln in der Hainbergstraße unmittelbar vor und hinter dem Kreisverkehr. Eine weitere Möglichkeit böten rot gefärbte Furten im Straßenbelag, die Radler hätten hier Vorfahrt. Speziell beschilderte und abmarkierte Übergänge stehen ebenfalls auf der Liste, hier hätte der motorisierte Verkehr Vorrang. In einer vom Bauamt gewünschten, aber nicht den Vorstellung des Ingenieurbüro entsprechenden Alternative würden die Radler den Kreisverkehr nutzen und bekämen dafür eine gesonderte Ein- und Ausfahrt.

Der Stadtbaumeister sprach von einer "sehr unkonventionellen Lösung", die es auch mit weiteren zusätzlichen Beschilderungen und Markierungen gibt. Die gleiche Einschätzung gilt für eine Lösung mit "Einfädelungsspur". Was auch immer kommen wird, die geschätzten Kosten dafür liegen bei 1,15 Millionen Euro.

Alte Eichen müssten fallen

Zudem wurden dem Gremium Vorplanungen für einen Geh- und Radweg an der Westseite der Hainbergstraße vorgestellt. Ein solcher unbefestigter Weg besteht bereits auf der Ostseite. Eine von der Stadt gewünschte Asphaltierung war bisher nicht machbar, weil die Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde fehlt. Die Verlegung soll ebenfalls zu mehr Sicherheit beitragen und die Attraktivität für Rad-Pendler mit Blick auf den künftigen U-Bahn-Halt in Gebersdorf erhöhen.

Allerdings müsste dann die Trasse der Hainbergstraße neu gebaut und nach Osten verschoben werden. Die Fällung vieler Bäume, darunter über 50 Jahre alte Eichen, wäre die Folge. Die Kosten lägen bei rund 730 000 Euro. Sollte der Durchlass für den Asbach ebenfalls erneuert werden müssen, wären sogar 1,3 Millionen Euro fällig. Eine komplizierte und teure Angelegenheit: Bevor Entscheidungen fallen, wird die Kommune deshalb zunächst das Gespräch mit Vertretern der Straßenverkehrsbehörde, der Polizei und des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) suchen und die Varianten diskutieren. Anschließend sollen sich städtische Gremien erneut mit dem Thema beschäftigen. 

Harald Ehm

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