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Obermichelbach braucht keine gefilmten Straßen

Gemeinderäte hegen Zweifel am Mehrwert der digitalen Erfassung und lehnen das 18 000-Euro teure Projekt ab - 29.03.2018 12:14 Uhr

Das markante Messfahrzeug von "eagle eye technologies" soll laut Bürgermeister Herbert Jäger auch die gemeindeeigenen Straßen erfassen. © Eagle Eye


Während der Haushaltsberatungen kam das Thema erneut auf den Tisch. Der Rathauschef wiederholte die zahlreichen Vorteile, die diese Straßenerfassung aus seiner Sicht hat. Auch verwies er auf andere Gemeinden und deren positive Rückmeldungen bezüglich der Maßnahme. "Ich weiß nicht, wie ich mir den Mund noch fusselig reden soll, um Verständnis dafür zu bekommen", sagte Jäger schließlich, denn die Mehrheit der Mandatsträger wollte die benötigten finanziellen Mittel nicht bereitstellen.

Jägers Stellvertreterin Ingrid Wendler-Aufrecht indes unterstützte die digitale Straßenerfassung. "Ein solches System ist dringend notwendig. Die Bauamtsmitarbeiter sollten es an die Hand bekommen", sagte sie. Herbert Schuhmann (FW) dagegen betonte, dass für ihn nicht klar sei, was genau der Mehrwert ist. Schließlich könne mit dem System nicht erfasst werden, ob die Straßen Risse hätten und wie ihr Untergrund beschaffen sei. Auch Harald Deininger (CSU) befand: "Wir brauchen das nicht."

Jäger erklärte darauf, dass man grundsätzlich entscheiden müsse, ob man mit digitalen Daten arbeiten wolle oder weiterhin mit Excel-Tabellen. Denn 2018 müsse unbedingt wieder ein Baumkataster neu angelegt werden. Da die Straßenerfassung der Firma "eagle eye technologies" zusätzlich Begleitgrün und Bäume erfasst, hätte man einen doppelten Nutzen.

Davon wollte der CSU-Fraktionssprecher Bernd Zimmermann nichts wissen. Er forderte dazu auf, für das Erstellen eines Baumkatasters drei Angebote einzuholen. "Sonst stimme ich da nicht zu", betonte er.

Außerdem bremste Zimmermann den Eifer seiner Ratskollegen, indem er in die Runde fragte: "Was soll das Bauamt mit seinen zwei Mitarbeitern noch alles schultern?" Wenn es sich in diesem Jahr um die noch ausstehenden Hausanschlüsse und das Baumkataster kümmern würde, sei viel geschafft. Das Gremium beschloss, für die Straßenerfassung keine Mittel im Haushalt einzustellen, 10 000 Euro jedoch für das Baumkataster. 

Nina Daebel

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