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ParaPark: Nervenkitzel in einem Fürther Keller

Beim Spiel werden freiwillig Gefangene aktiv - 12.11.2015 13:00 Uhr

Mit skurrilen Ideen sorgt Geschäftsführerin Zsófia Kis – hier an der Tür zum Tatort-Bereich – für Spannung. © Fotos: Horst Linke


Ein billiges Vergnügen ist es nicht. 89 Euro sind für bis zu fünf Personen starke Gruppen fällig, um Einlass zu den spärlich möblierten Kellerräumen des 178 Jahre alten Wohnhauses zu bekommen. „Vielen Gruppen, die einfach Spaß haben wollen, ist es das wert“, sagt die aus Ungarn stammende Umweltschutzingenieurin Zsófia Kis, die mit ihrem Geschäftspartner Roland Markal den ParaPark aufgebaut hat.

Moderatorin Renata Csaranko (li.) präsentiert in einem der Verliese ein kniffliges Holz-Puzzle.


Das Spiel kommt ebenfalls aus Ungarn. Kennengelernt hat es Kis als Geburtagsgeschenk ihrer Mutter. Sie war so begeistert, dass sie es nach ihrem Umzug nach Fürth vor fünf Jahren selbst anbieten wollte. Ein befreundeter Immobilienmakler vermittelte den 120 Quadratmeter großen Keller. Sechs Monate lang wurden hier Wände eingezogen und Elektroleitungen verlegt. Das wichtigste aber sind die Türen, die es zu öffnen gilt. Hinweise, wie das funktioniert, sind in verschlossenen Behältern versteckt. Nur wer Codes knackt, Bomben entschärft, Rätsel löst und Verstecke findet, kommt an sie heran. Drei Räume mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden stehen für die Spieler (geeignet ab acht Jahre) zur Verfügung. So können bis zu drei Gruppen gleichzeitig die Köpfe rauchen lassen. „Die Aufgaben erklären sich meist von selbst“, sagt Renata Csaranko, eine von acht Moderatoren, die zur Betreuung der Gruppen eingesetzt sind. „Wenn ein Safe im Raum steht, muss der natürlich geöffnet werden.“

Gleichwohl gibt es vor jeder Spielrunde eine ausführliche Erläuterung. Während des Spiels stehen die Moderatoren den Gruppen über Funkgeräte zur Seite. Mittels Videoüberwachung können sie erkennen, wenn es Probleme gibt, und helfend eingreifen. So sieht die Moderatorin etwa, wenn es knapp wird für den Befreiungsversuch. Fünf Minuten vor Spielende gehen in den Räumen rote Blinklichter an. Das sorgt für zusätzlichen Nervenkitzel.

„Es sind vor allem Junggesellenabschiede, die bei uns im Keller gefeiert werden“, berichtet Kis. Kein Wunder, fordern die Aufgaben doch gerade zur Teamarbeit heraus. Trotz gemeinsamer Anstrengung der Gehirnzellen schaffen es jedoch viele Gruppen nicht, die Aufgaben zur Befreiung zu lösen. Die Tür kann aber mittels Notknopf geöffnet werden. Die Enttäuschung hält meist sich in Grenzen, denn zu gewinnen gibt es nichts außer den Stolz darauf, die Aufgaben gemeinsam gelöst zu haben.

Dass viele Spieler über sich hinauswachsen, erklärt Kis mit den Worten: „Wenn man eingesperrt ist, wird man kreativ.“ Für das Lizenzspiel muss sie eine monatliche Gebühr bezahlen. Obwohl die Aufgaben an allen Spielstätten gleich sind, gibt es doch lokale Unterschiede. Neben dem historischen Ambiente sind es Musikeinspielungen und Geräusche, die den Fürther Schauplatz auszeichnen. Zu den Besuchern zählen nicht nur Neulinge, sondern auch Kenner der Materie, die das Spiel bereits anderswo durchlaufen haben.

Sogar eine Gruppe Polizisten hat im Gewölbekeller schon gegen die Uhr gekämpft. Natürlich im besonders diffizilen Tatort-Bereich. Ein weiterer Tatort kann zu günstigeren Konditionen und völlig stressfrei im nahen Rathaus-Keller unter die Lupe genommen werden. Er gehört zum Blickfang des Fürther Kriminalmuseums.

ParaPark Fürth, Gartenstraße 7, geöffnet täglich außer montags 10.30 bis 22.30 Uhr, Spielzeit 60 Minuten Eintritt: 89 Euro pro Gruppe bis zu fünf Personen. Reservierung: www.paraparkfuerth.de 

Volker Dittmar

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