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Der Journalist Séché betont, dass jener deutsche Reporter, der aus der Ich-Perspektive seine bittersüße Romanze mit der japanischen Germanistik-Studentin Namiko schildert, keine autobiografische Figur sei. Der vor wenigen Wochen im Cadolzburger ars-vivendi-Verlag erschienene Roman sei ein Spiegel eigener Erfahrungen, gebe aber kein reales Erlebnis wieder.
Das „wirkliche Leben“ ist freilich auch selten so symbolträchtig, so dicht, so metaphorisch aufgeladen wie jene Geschichte, die Andreas Séché in lockerem Plauderton ohne aufgesetzte Dramatik vorträgt: Ein Vertreter der „schreibenden Zunft“ soll einen Artikel über japanische Gärten in Kyoto verfassen. Als ihm die unkonventionelle Studentin Namiko begegnet, ist dies für beide eine „Liebe auf den ersten Blick“, die Séché erfrischend pathosfrei und geradlinig beschreibt. Im selben Atemzug setzt sich der Autor mit dem Kulturschock, mit dem zeitlupenartigen Zusammenprall zweier höchst unterschiedlicher Welten auseinander.
Und er tut dies in auffallend poetischer, fast philosophisch luzider Weise: Hier der pragmatisch denkende Sammler von Neuigkeiten, dort die Träumerin, die Dinge aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und grundsätzlich hinter die Fassade der materiellen Dinge schaut.
Das Buch enthält einige Weisheiten, die einem das Dasein klug reflektierenden Denkansatz entspringen. So wird Andreas Séchés Protagonisten klar, dass ein Umzug nach Japan den dauerhaften Abschied von liebgewonnenen Habseligkeiten bedeutet — etwa von Büchern, die kostbaren Erinnerungen und Emotionen konservieren und deren Abwesenheit ihren Besitzer sich „wie ein Bruchstück“ fühlen lässt. Happy End praktisch ausgeschlossen.
Letzte Parklesung dieses Sommers am heutigen Donnerstag, 20 Uhr, mit Schriftsteller Ewald Arenz und seinem Bruder Helwig, Schauspieler. Freilichtbühne im Stadtpark, 9/5 Euro.



