10°

Donnerstag, 15.11.2018

|

Punkige Sternschnuppen

Band Kometa aus Helsinki ließ es im kunstkeller krachen - 18.05.2006

Stimme und Leadgitarre von „Kometa“ ist Olavi Vänttinen. Bassist Jari Iaakonen lässt mit freiem Oberkörper die Hitze der Rocknacht erahnen. Foto: sir


Wie oft Cairns den Silberling der Finnen in seinem CD-Player rotieren lässt, entzieht sich leider der Kenntnis des Autors. Dass aber Herr Cairns in Sachen virtuoser Rockmusik weiß, wo der Hammer hängt, hat sich spätestens nach dem aufwühlend-rasanten Auftritt von «Kometa“ im kunstkeller o27 auch in Fürth herumgesprochen.

Sound aus Bayreuth

«Eine Ehre“ sei es, vor dem finnischen Trio spielen zu dürfen, verrät Franz. Der Sänger und Gitarrist der Bayreuther Nachwuchsband «The Hatchets“ bereitet mit seinem Bruder Wenzel (Drums) und dem Bassisten Max die Bühne für Kometa. Knackig, geradlinig, präzis und dennoch mit dem notwendigen Rotz agieren die drei Jungs.

Trotz ihrer Jugend - Durchschnittsalter 17 Jahre - sind sie den Schülerbandschuhen längst entwachsen und stehen sicher in ihren mit Rock ’n’ Roll und Garagensound geschnürten Punk-Schuhen.

Mit stampfenden Post-Wave-Discosound startet das Finnentrio «Kometa“ seinen fulminanten Flug durch das Rockuniversum. Eine Umlaufbahn genügt dabei dem Kometen aus dem hohen Norden nicht, virtuos und mit einer fast schon überschwänglichen Leichtigkeit steuert der Dreier durch die Galaxien.

Da wird eine Runde um den im dunklen, blau schimmernden Heavyblues-Mond gedreht, lässt man sich kurz auf einem vorbeischwebenden Jazzstern nieder oder rast im Höllentempo durch die Punkstraße. Fugazi, die Melvins oder auch NoMeansNo winken aus ihren Raumschiffen zu.

Voller Verve

Angst, die drei Nordmänner könnten dabei in ein schwarzes Loch fallen, braucht man nicht zu haben. Selbst die atemberaubendsten Tempi- und Rhythmuswechsel federt «Kometa“ mit höchster Präzision ab. Turbulenzen sind durchaus gewollt und bereichern die nie aus den Fugen geratende und ständig brodelnde Rockmixtur. Das Trio aus Helsinki spielt großen Rock, zelebriert und inszeniert seine Songs mit Inbrunst und Verve.

Ohne Shirt

Bassist Jari schmeißt schon nach wenigen Songs das T-Shirt in die Ecke. Olavi drischt in die sechs Saiten seiner Gitarre, um ihr gleich darauf neue Streicheleinheiten zu schenken. Der kleine Derwisch mit der kraftvollen, wandelbaren Stimme haucht, singt, schreit, springt und wälzt sich über die Bühne, während T. T. Kinnunen die Felle seines Drumsets mächtig zum Schwingen bringt.

«Kometa“ ist heiß, sehr heiß - heißer als alle Fürther Saunen zusammen. Das, lieber Andy Cairns, wissen die Fürther jetzt auch. sir 

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus dem Ressort: Fürth