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Montag, 19.11.2018

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Puschendorf ist von Kopf bis Fuß auf Franken eingestellt

Mundart und Musik im Zeichen der rot-weißen Fahne: Puschendorfer Veranstaltung feiert heuer Jubiläum - 29.06.2018 06:00 Uhr

Musik gehört natürlich dazu: Im vergangenen Jahr sorgten die „Schwaiger Buam“ für die entsprechende akustische Untermalung der Puschendorfer Veranstaltung. © Archivfoto: Ralf Jakob


Albert Trommer ist der "Macher": Seit 2008 veranstaltet der "Arbeitskreis MundArt in der Kirche" (MINK) in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde diese fröhliche Feier am Dorfplatz direkt gegenüber der Sankt-Wolfgangs-Kirche. Die Vorlage lieferte die Politik: Seit einem Beschluss des Bayerischen Landtags 2006 wird jährlich am 2. Juli der Tag der Franken gefeiert. Damit soll an jenes Datum im Jahr 1500 erinnert werden, an dem auf dem Reichstag zu Augsburg der "fränkische Reichskreis" gebildet wurde. Mit der politischen Neugliederung Europas im Jahr 1806 verschwand er von der Landkarte.

Anders als die offizielle Feier der fränkischen Regierungsbezirke, heuer am 1. Juli in Ansbach, wird in Puschendorf punktgenau gefeiert: am Montag, 2. Juli, ab 19 Uhr.

Dialekt in der Kirche

Eines der Hauptanliegen Trommers ist die Pflege der fränkischen Mundart — und das nicht nur am Tag der Franken: "Wir, die Mitglieder des Arbeitskreises, wollen den fränkischen Dialekt verstärkt in die Kirchen tragen und gestalten landesweit Mundartgottesdienste."

Als ausgebildeter Prädikant bietet er seit vielen Jahren Mundartgottesdienste zu Weihnachten oder einen Biergartengottesdienst im Sommer an – in Puschendorf oder in umliegenden Pfarrgemeinden. Dabei wird nicht nur im fränkischem Dialekt gepredigt. Die Besucher versuchen auch, sowohl Lieder wie Gebets- oder Bibeltexte in der "Sprache des Volkes" zu singen und zu lesen.

Vieles, meint Trommer, lässt sich in Mundart leichter sagen und besser unter die Leute bringen. Wie man biblische Texte und Lieder verständlich ins Fränkische übertragen kann, dazu veranstaltet der Arbeitskreis jährliche Treffen und Fortbildungen.

Obwohl im Arbeitskreis auch bayerische, schwäbische, pfälzische und plattdeutsche Zungen vertreten sind, dominiert hier klar die fränkische Sprache, sagt Günter Hessenauer aus Rückersdorf, der seit der Gründung der Gruppe im Jahr 1995 dessen Sprecher ist. Zehn Mundartdichter und -prediger werden am Montag nach Puschendorf kommen und Heiteres und Besinnliches aus ihren Werken zum Besten geben. Zu manch "frommen Gedanken" gesellt sich dann durchaus mal etwas Deftiges oder gar Frivoles.

Organisator Trommer gelingt es immer wieder, Prominente als Schirmherren des Frankentags zu gewinnen. Günther Beckstein, Markus Söder oder Thomas Jung übernahmen das Amt bereits.

Egon Helmhagen kommt

In diesem Jahr kommt Egon Helmhagen, Mundartdichter, Humorist und "Fränkischer Funkplauderer", die Ehre zu. Er wird sicher nicht nur ein Grußwort sprechen, sondern auch ein paar freche fränkische Sprüch’ vom Stapel lassen.

Die Musikgruppe "Schwaiger Blech", das Puschendorfer Akkordeon-Duo Mannert und Fleischmann sorgen für die musikalische Unterhaltung, die Volkstanzgruppe Puschendorf/Kirchfembach wird die optischen Akzente setzen.

Sicher ist jetzt schon, dass das berühmte Frankenlied von Viktor von Scheffel gemeinsam angestimmt wird. Besonders die "aufmüpfigen Zusatzstrophen" erfreuen sich besonderer Beliebtheit. Beim Vers "Wir wollen freie Franken sein und nicht der Bayern Knechte" steigt die Lautstärke für gewöhnlich deutlich an.

Im Eintrittspreis von 12 Euro für die Veranstaltung ist der Gang zum fränkischen Buffet enthalten, das Gastwirt Konrad Schmotzer für alle Besucher vorhält. 

Ralf Jakob

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