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Quer durch Europa und übern Großen Teich

In Feierlaune: Symphoniekonzert und Jubiläumsball zum 25-jährigen Bestehen der Jungen Fürther Streichhölzer - 23.09.2008

Erst die Pflicht, dann die Kür: Nach dem Konzert ließen die Streichhölzer, Eltern, Freunde und Gönner ihrer Tanzwut freien Lauf. In der Stadthalle stieg am Samstag mit mehreren hundert Gästen der Jubiläumsball. Zu diesem Anlass mussten ausnahmsweise mal andere Musiker ran - Schieper´s Kriepers und die Tune-Up-Bigband, beide von der Musikschule Fürth. © Esterl




Das Konzert moderierten ehemalige und aktuelle Orchestermitglieder teils mit humoristischem Anstrich, teils mit gut platzierten Informationen. Die rückblendende Szene mit Streichhölzer-Gründerin Christel Opp und ihrem Nachfolger am Pult, Bernd Müller, belustigte nicht nur bei eingeweihte Streichhölzer. Genauso muss es gewesen sein, vor knapp 25 Jahren, der kleine Bernd vor der großen Christel, sich auf seiner Violine mühend... Dass diese Tage vorbei sind und aus der zündenden Idee ein großes Ensemble geworden ist, war an diesem Abend zu erleben. Zudem gab’s kleine Einblicke ins Universum der Streichhölzer mit Probenphasen und Reisen.

Reisen ist denn auch das Stichwort für das Nachwuchsorchester, das «Eine kleine Europareise« im Gepäck hat. Konzentriert und von Komponistin-Dirigentin Opp auch durch die rhythmisch schwierigen Passagen gelotst, verteilten die Kleinen musikalische Visitenkarten unter anderem aus Russland, Frankreich und dem rauen Schottland.

Im feinen Zwirn und mit nur wenig Nervosität machte sich anschließend das Symphonieorchester der Großen an Ludwig van Beethovens «Pastorale«-Symphonie. Die rund 80 Musiker bescherten dem Publikum eine behagliche halbe Stunde. Das «Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande« - hier ist es mehr als nachvollziehbar. Fast schon zu engagiert gehen die Streichhölzer im Weiteren zu Werke, spielen mit Eindringlichkeit, heiter, hell und klar.

Das Fließen des Baches, das Tröpfeln des Wassers, die implizierten Vogelrufe: die poetischen Ideen Beethovens werden, von einigen kleinen Unsauberkeiten abgesehen, insgesamt mit viel innerer Beteiligung umgesetzt. Besonders das Gewitter und die bruchlos folgenden «dankbaren Gefühle nach dem Sturm« meistert das Orchester glanzvoll, der Überblick geht auch im wettertechnischen Chaos nie verloren.

Für den Einsatz von George Gershwins «Ein Amerikaner in Paris« räumte die Preisträgerin des Talentpreises des Theatervereins 2007, Valentina Pilny, ihren Platz als Konzertmeisterin und überließ Bernd Müller das Feld; abermals dirigierte Christel Opp. Auftrumpfende Bläser, satte Streicher, präzises Schlagwerk - alles dabei im Paris der 1920er Jahre. Die kleinen Szenen auf der Straße, im Café oder in einer Kathedrale präsentieren die Interpreten mit der gebührenden Mischung aus Ernst und jugendlich-schalkhaftem Schwung. Beschwingt und leichtfüßig, zum Ende hin alle Register ziehend, zeigten die Streichhölzer auch hier, was in ihnen steckt.

Viel Applaus, dazu Blumenstrauß und Fresskorb für Opp sowie herzliche Dankesworte.

C. STUBENVOLL

Das Jubiläumskonzert der Streichhölzer (unter anderem mit Peter Tschaikowskys fünfter Symphonie) findet am 14. Dezember um 18 Uhr im Stadttheater statt. Tickets: 9742400. 

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