Dienstag, 20.11.2018

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Race-Copter - die Formel 1 der Lüfte traf sich bei Ammerndorf

In Vogtsreichenbach kam eine besondere Spezies der Modellsportflieger zusammen - 03.06.2018 16:00 Uhr

Daniel Falkner ist dem Aufruf auf Facebook gefolgt und eigens zum Rennen aus Passau angereist. © Foto: Armin Leberzammer


Gegen die leichten, meist mit vier vertikalen Propellern ausgestatteten Race-Copter mutet die etwa ein Meter lange Modell-Cessna fast wie aus der Zeit gefallen an. Zwar sind die den echten Flugzeugen nachempfundenen Miniaturen mittlerweile längst vom Benzin- ins Elektrozeitalter übergegangen, der damit verbundene Modellflugsport ist aber ein ganz anderer.

Während es bei Cessna & Co. um das möglichst saubere Vorführen von Flugfiguren geht, gilt bei den Race-Coptern: Der Schnellste siegt. "Das ist praktisch wie bei der Formel 1", meint Walter Kaiser. Der MBC-Vorsitzende wollte den neuen Trend aufgreifen und hat das Turnier auf dem Vogtsreichenbacher Fluggelände über Facebook beworben.

20 Piloten

Es dauerte nicht lange und fast 20 Piloten aus dem ganzen Freistaat meldeten sich an. Gerechnet habe er nicht mit so einem Interesse. Verstehen kann Kaiser die neue Lust am Modellflug aber nur zu gut.

Denn dank einer Kamera auf der Drohne, die ihre Bilder live auf die Videobrillen der Piloten sendet, "ist das, als wenn man selbst drin sitzt", so Kaiser. "First Person View" heißt die dahintersteckende Idee.

Einer der Teilnehmer ist Daniel Falkner. Der 38-Jährige ist eigens aus Passau angereist. Modellfliegerei an sich habe ihn schon immer interessiert. "Nur die Kosten und das mit dem Bauen hat mich immer abgeschreckt", gibt er offen zu. Seine erste Drohne bekam er vor drei Jahren zum Geburtstag geschenkt – "seitdem bin ich voll dabei".

Ein Race-Copter, wie ihn die meisten der Turnierflieger hier benutzen, sei zwischen 200 und 300 Euro zu haben. Und anders als die im Vergleich dazu beinahe erhaben wirkende Cessna halten die Renndrohnen auch einiges aus. Abstürze und Zusammenstöße sind bei den Rennen eher die Regel als die Ausnahme. Ein abgerissener Propeller lässt sich relativ einfach ersetzen.

Böen ändern Pläne

"Bloß der Wind nervt ein wenig", wirft Marvin Schnabel ein. Der 15-jährige Eggolsheimer kennt beides – den klassischen Modellflug und die Wettbewerbe mit den Race-Coptern. Viel rasanter sei es mit den Drohnen. Und als Pilot sei man noch viel stärker abhängig von den äußeren Bedingungen.

"Du legst dir vorher beim Training eine Route fest, mit der du durch die Kurven fliegen willst. Doch dann kommen auf einmal Windböen und werfen deinen ganzen Plan über den Haufen", erklärt er.

Für die Vereine sind die günstigen, durch die Luft zappelnden Drohnen eine Möglichkeit, neue Mitglieder zu werben. Beim Luftsportverband Bayern gibt es mit Markusz Roik sogar einen eigenen Fachreferenten für die Copter. "Wir wollen in der Region auf uns aufmerksam machen", sagt er und verweist darauf, dass mit den Race-Coptern bereits deutsche Meisterschaften ausgetragen werden.

Beim MBC Fürth haben sie sich schon frühzeitig auf diese neue Modellflugvariante eingestellt und einen Parcours dafür angeschafft. "Neben unseren klassischen Fliegern und den Helikoptern haben sich die Copter zu einem dritten Bereich entwickelt", berichtet Walter Kaiser. Von den knapp 60 Mitgliedern des 1959 gegründeten Vereins fliegen fünf mit Drohnen – Tendenz steigend. 

ARMIN LEBERZAMMER

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