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Ringen um ein Innenstadt-Kino

Stadt Fürth fasst nun doch Standorte in der City ins Auge - 05.02. 10:00 Uhr

FÜRTH  - Der allgemeine Unmut über den bevorstehenden Verlust des Innenstadt-Kinos zeigt offenbar Wirkung: Nach FN-Informationen wird nun überraschend wieder erwogen, ein Filmtheater in den künftigen Einkaufsschwerpunkt an der Rudolf-Breitscheid-Straße zu integrieren. Als weitere Alternative rückt ein Grundstück auf den Bahnflächen an der Gebhardtstraße in den Blickpunkt.

„Komm, wir geh‘n ins Kino“: Dieser etwas angejahrte Slogan, derzeit noch am Eingang des City-Kinocenters zu finden, hat bald ausgedient. Im Mai wird das Filmtheater voraussichtlich schließen.
„Komm, wir geh‘n ins Kino“: Dieser etwas angejahrte Slogan, derzeit noch am Eingang des City-Kinocenters zu finden, hat bald ausgedient. Im Mai wird das Filmtheater voraussichtlich schließen.
Foto: Hans-Joachim Winckler
„Komm, wir geh‘n ins Kino“: Dieser etwas angejahrte Slogan, derzeit noch am Eingang des City-Kinocenters zu finden, hat bald ausgedient. Im Mai wird das Filmtheater voraussichtlich schließen.
„Komm, wir geh‘n ins Kino“: Dieser etwas angejahrte Slogan, derzeit noch am Eingang des City-Kinocenters zu finden, hat bald ausgedient. Im Mai wird das Filmtheater voraussichtlich schließen.
Foto: Hans-Joachim Winckler

Beides wird momentan noch hinter verschlossenen Türen verhandelt, doch der städtische Wirtschaftsreferent Horst Müller bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung entsprechende Überlegungen. Zuvor war das Murren der Fürther immer lauter geworden, je näher der Zeitpunkt rückt, an dem das alteingesessene City-Kinocenter dem künftigen Einkaufsschwerpunkt weichen muss. Voraussichtlich im Mai haben die Projektoren des Betriebs an der Breitscheidstraße ausgedient, dann werden Kino und angrenzende Geschäfte weitgehend geräumt, um Platz für Neues zu schaffen.


Auch an der Gebhardtstraße, in der Nähe des Bahnhofs, wäre nach Ansicht der Stadt Platz für ein Kino.
Auch an der Gebhardtstraße, in der Nähe des Bahnhofs, wäre nach Ansicht der Stadt Platz für ein Kino.
Auch an der Gebhardtstraße, in der Nähe des Bahnhofs, wäre nach Ansicht der Stadt Platz für ein Kino.
Auch an der Gebhardtstraße, in der Nähe des Bahnhofs, wäre nach Ansicht der Stadt Platz für ein Kino.

Ersatz im Einzelhandelskomplex, hieß es bisher, sei zwar wünschenswert, aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht machbar. Daran habe sich auch nichts geändert, sagt Uwe Laule, Geschäftsführer der Berliner Firma MIB, die das Projekt plant und umsetzen wird. „Die Kosten, um ein schönes Kino ans Netz zu bringen, sind uns zu hoch“, bekräftigte Laule am Freitag im Gespräch mit den FN; „zu viele Unwägbarkeiten“ bringe der Betrieb mit sich.

Dessen ungeachtet ist der MIB-Mann überzeugt: „Ein Kino stärkt eine Innenstadt immer und ist wichtig für die Aufenthaltsqualität.“ Deshalb würde es sein Unternehmen begrüßen, wenn sich für Fürth ein mutiger Kinomacher fände. MIB komme zwar als Bauherr und Vermieter infrage, das Kino selbst zu unterhalten, sei jedoch definitiv kein Thema.



An dieser Stelle setzen die neuen Gedankenspiele an. Vorbild könnte ein Modell sein, das die 38000-Einwohner-Stadt Hofheim am Taunus im Dezember 2010 gewählt hat: Dort, in einem übrigens ebenfalls von MIB betriebenen Einkaufszentrum, hat die Kommune das Lichtspielhaus gemietet, an einen Betreiber untervermietet — und wird bei Verlusten in die Bresche springen. Gleich im ersten Jahr allerdings wurde das für Hofheim zum Draufzahlgeschäft. Statt der nötigen 100000 kamen nur 70000 Zuschauer.

Auch dem Wirtschaftsreferenten sind diese Zahlen und die Risiken bekannt, Hofheim sei deshalb für ihn kein Vorbild. „Einen Freibrief für Kinobetreiber wird es in Fürth nicht geben“, versichert Horst Müller. Man arbeite stattdessen an einem „etwas intelligenteren Modell, bei dem die Stadt wenig oder im besten Fall gar nichts draufzahlt“. Wie das im Einzelnen funktionieren soll, darüber hüllt sich Müller noch in Schweigen; er wolle den weiteren Verhandlungen nicht vorgreifen.

Obere Etagen im Visier

Wo man das Kino innerhalb des neuen Einkaufskomplexes an der Rudolf-Breitscheid-Straße unterbringen würde, ist indes bereits ausgemachte Sache. In zwei der oberen Stockwerke des Gebäudes, das an Stelle des Park-Hotels entstehen soll, wäre der richtige Platz dafür, meint MIB-Chef Laule. Nicht zuletzt dürfte dabei eine Rolle spielen, dass seine Firma dann die Sorge um diese Lagen los wäre, die als schwerer vermietbar gelten.

Alle Beteiligten sind sich einig: Der Standort wäre ideal, weil im Herzen Fürths gelegen. Doch nicht weit entfernt hat sich vor kurzem eine zweite Variante aufgetan: An der Gebhardtstraße, im Schatten von Bahnhofshochhaus und ehemaligem Marktkauf, will die Bundeseisenbahn-Vermögensverwaltung ein Grundstück verkaufen, das sich in Müllers Augen ebenfalls für einen Kinobau eignen würde. Raum wäre vorhanden, Bahn und U-Bahn sind in unmittelbarer Nähe, das Parkhaus von Marktkauf liegt gegenüber. Und: Eine Entscheidung könnte „relativ rasch“ getroffen werden, sagt Müller, der Preis bewege sich in erträglichem Rahmen.

Das wäre auch ganz im Sinn von Alfred Ach, Betreiber des City-Kinocenters, mit dem die Stadt über beide Standorte bereits gesprochen hat. Schnell müsse gehandelt werden, mahnt er, denn „sonst wandern die Kinofreaks nach Nürnberg und Erlangen ab“. Deshalb könnte er sich eher mit der Gebhardtstraße anfreunden als mit dem Einkaufsschwerpunkt, der erst im Lauf des Jahres 2014 fertig sein soll.

Noch mehr aber neigt Ach, der – wie berichtet – bis Ende 2012 zunächst ein aufwendiges Multiplex in Neumarkt hochziehen will, zum Gelände des früheren Quelle-Retourenlagers in der Südstadt. Zwischen Waldstraße und Leyher Straße sei genügend Platz für sechs bis acht Säle, die er ins Auge fasst, und für Parkplätze. Mit dem Grundstücksbesitzer, einem englischen Fonds, verhandelt Ach seit längerem.

Horst Müller macht seinerseits keinen Hehl daraus, dass die Stadtspitze ein neues Kino viel lieber im Zentrum sehen würde. Erster Ansprechpartner bleibe dabei Lokalmatador Alfred Ach. „Aber wenn er nicht möchte, sprechen wir auch mit anderen Betreibern.“
  



WOLFGANG HÄNDEL

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Kurzbeschreibung:
Fürth kämpft mit aller Kraft um die Aufwertung der Innenstadt, ein neues Geschäftszentrum und die Modernisierung des City-Centers sind geplant. Ist endlich mehr Attraktivität beim Einkaufsangebot in Sicht?