Dienstag, 16.10.2018

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Roßtal strampelt im Landkreis hinterher

Bürgerinitiative mahnt eine Reihe von Verbesserungen für die Radler in der Gemeinde an - 03.01.2018 11:00 Uhr

Die Pedelecs erhöhen die Attraktivität der Mobilität auf zwei Rädern. Doch dafür braucht es gute Verbindungen – auch in Roßtal. © Foto: Hansi Heckmair


Der Unterausschuss Agenda 21 hat sich eine nachhaltige Entwicklung des Marktes Roßtals auf die Fahnen geschrieben und hatte deshalb die Initiative "Roßtal bewegt sich", vertreten durch Martin Langhammer und Tobias Volgnandt, zu seiner Sitzung eingeladen. Der "lose Haufen", wie Volgnandt den Organisationscharakter der Bürgerinitiative salopp beschrieb, will im Marktgemeinderat ein höheres Bewusstsein für jene Roßtaler Verkehrsteilnehmer schaffen, die abseits der Kraftfahrer stehen. Insbesondere die Radler stehen hier im Fokus.

Sichere Wege im Blick

"Roßtal bewegt sich" ist dabei ein Zusammenschluss von "Alltagsradlern" ohne sportliche oder tiefere politische Interessen, der sich aktuell vor allem für sicherere Verkehrswege stark macht. Dazu knüpfte die Initiative auch Kontakt zu Landrat Matthias Dießl, in Personalunion auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen. Die BI nahm beim Verkehrsforum in Stein teil und erwirkte bereits, dass das Landratsamt ein Tempolimit auf der Staatsstraße 2409 nach Weinzierlein untersuchen lässt.

Zu Beginn seiner Präsentation stellte Volgnandt gleich mehrere Zahlen vor, die den Handlungsbedarf hinsichtlich des Engagements für Fahrradfahrer in Roßtal untermauern sollten. Die Marktgemeinde sei das Fahrrad-Schlusslicht im Landkreis Fürth. Nirgendwo werde statistisch gesehen weniger Rad gefahren als hier. "Roßtal bewegt sich" organisiert deshalb, beginnend ab 4. Februar, jeden ersten Sonntag im Monat regelmäßige Zusammenkünfte, die allen Interessierten offenstehen.

Volgnandt und Langhammer wiesen noch auf weitere sowohl kurzfristige als auch langfristige Anliegen hin, wie das Aufstellen von Verkehrsschildern zur Sicherheit der Biker, mehr Radwege in Roßtal und den Bau von Radschnellwegen, um die Verbindungen nach Nürnberg, Erlangen und Fürth zu verbessern. Letztere funktionieren wie Autobahnen für Fahrräder und sind frei von Ampeln und Kreuzungen. Volgnandt wies darauf hin, dass die bayerische Staatsregierung bis 2025 auf diese Weise den Radverkehr um über 20 Prozent erhöhen will. Schon jetzt könne der Weg von Roßtal nach Fürth bei nicht sportlicher Fahrweise in 30 Minuten ampelfrei zurückgelegt werden. Nach Erlangen seien es eine Stunde und 15 Minuten, ins Zentrum von Nürnberg 45 Minuten.

Gemeinsam mit dem Unterausschuss Agenda 21 will "Roßtal bewegt sich" nun an der Umsetzung dieser und weiterer Ziele arbeiten. Nicht alle sind dabei realistisch. So stieß der Vorschlag eines gesonderten Radwegs nach Weinzierlein, abseits der Landstraße, auf Skepsis, viele andere Vorschläge jedoch durchaus auf offene Ohren.

"Radachsen" schaffen

So etwa das Fernziel, Fahrradverbindungen als durchgehende "Radachsen" zu schaffen, um sicherzustellen, dass es auf diesen Verbindungen keine gefährlichen oder beschwerlichen Passagen gibt, die die Bürger abschreckten, in den Sattel zu steigen. Es solle "Freude machen", Fahrrad zu fahren und die Bürger sollen wissen, dass es unterbrechungsfreie Radwege zwischen zwei Punkten gebe.

Der Unterausschuss Agenda 21, "Roßtal bewegt sich" und auch Roßtals Bürgermeister Johann Völkl sind sich einig, künftig zusammenarbeiten zu wollen, um die Belange der Roßtaler Radfahrer in die Planungen des Marktes mit einfließen zu lassen. Am 4. Februar um 18 Uhr will "Roßtal bewegt sich" auf seinem nächsten öffentlich zugänglichen Treffen im Kapellenhof neue Vorschläge und Konzepte präsentieren. 

SEBASTIAN ZELADA

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