Donnerstag, 18.10.2018

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Satte Investitionen in Oberasbacher Spielplätze

Stadt lässt sich das Vergnügen für Kinder 150.000 Euro kosten - 03.01.2018 16:00 Uhr

Ob Tischtennisplatte oder Schaukel: Spielplätze müssen immer wieder saniert werden. © Scherer


"Don Camillo und Peppone" mit Fernandel und Gino Cervi an Weihnachten, "Die zehn Gebote" und Charlton Heston an Ostern – das TV-Programm an bestimmten Feiertagen ist so vorhersehbar wie das Amen in der Kirche.

Oberasbach steht den Fernsehmachern allerdings in nichts nach: "Sobald es nämlich darum geht, Geld in Spielplätze zu investieren, kommt im Stadtrat die gleiche alte Kamelle auf den Spielplan. Die beiden Hauptrollen sind jeweils fest besetzt – und zwar mit Thomas Peter (FDP/FOB) und Peter Heinl (SPD). An ihren Textpassagen müssen die Protagonisten glücklicherweise nicht viel feilen, die Sätze werden stets nur leicht variiert zum Besten gegeben: "Wir geben sehr viel Geld für unsere Spielplätze aus. Braucht es das wirklich? Da kann ich nicht zustimmen." Auf diese Einlassung des Liberalen folgt prompt die Replik des Genossen: "Wir machen das für unsere Kinder in Oberasbach. Die SPD steht hinter dem Antrag."

Im Stadtrat sorgte nun der Spielplatz an Hochstraße dafür, dass wieder einmal ein Fass aufgemacht wurde. Den Antrag hatte das Bauamt im Zuge der Haushaltsberatungen gestellt. Nach Ansicht der Verwaltung zählt das Areal "zu den attraktivsten Spielplätzen der Stadt" und ist darüberhinaus einer, der, wie Felix Kisslinger (FW) anmerkte, "am meisten genutzt wird".

Von hohen Bäumen gesäumt und neben einem Bolzplatz sowie einer Streetball-Anlage gelegen, bietet die Fläche auch an heißen Sommertagen viel Aufenthaltsqualität. Allerdings leidet die Attraktivität darunter, dass sich vor Ort "seit zehn Jahren" nichts mehr getan hat, wie Spielplatzreferentin Sigrun Hübner-Möbus (SPD) im Gremium berichtete. "Brachliegendes Filetstück", so beschreibt das Bauamt den aktuellen Zustand.

Vor fünf Jahren war vorgesehen, die Anlage zu einem "Technikspielplatz" umzugestalten. Angesichts der kalkulierten Kosten von rund 184.000 Euro schreckten die Stadträte jedoch davor zurück. Nicht nur die CSU monierte seinerzeit den "Luxusspielplatz", auch Thomas Peter plädierte für eine einfachere Lösung und brachte eine Sandbaustelle ins Gespräch. Mit 6:5 Stimmen hatte der Bauausschuss das Projekt denkbar knapp gekippt.

2016 hatte die Kommune den Spielplatz an der Banater Straße für 138.000 Euro neu gestaltet, im vergangenen Jahr gab es für den bereits erwähnten Hainberg-Spielplatz ein neues Drachenboot und einen neuen Rutschenhügel. Dafür wurden 43.000 Euro fällig. Insgesamt gibt es in Oberasbach 18 Spielplätze, deren Unterhalt die Stadt ebenfalls viel Geld kostet.

Der Bauhof begutachtet die Flächen jährlich und setzt dann die benötigten Summen an. Muss beispielsweise ein Spielgerät ersetzt werden, fällt das im doppischen Haushalt unter Investitionen – dafür gibt es einen jährlichen Ansatz von 20.000 Euro. Vorhaben, wie das an der Hochstraße werden gesondert angemeldet. 80.000 Euro waren ursprünglich für 2018 vorgesehen.

Karenzzeit gefordert

Gegen drei Stimmen entschied der Stadtrat, die Summe auf nun 150.000 Euro aufzustocken. Allerdings forderte CSU-Fraktionssprecher Jürgen Schwarz-Boeck eine Art dreijährige Karenzzeit, in der keine neuen Baustellen dieser Art folgen dürften. Außerdem wollte er wissen, wie viel sich die Stadt in den vergangenen Jahren ihre Spielplätze hat kosten lassen. Man brauche einen Überblick.

Das gilt auch für die Zukunft: Deshalb soll die Verwaltung nun einen Investitionsplan für alle Spielplätze erstellen. Norbert Schikora (Bündnis 90/Grüne) forderte dazu auf, "Augenmaß" walten zu lassen. Der Satz "Wir machen das für die Kinder" gehe in die falsche Richtung. Deshalb einfach "alles durchzuwinken, ist nicht korrekt". 

HARALD EHM

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