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Donnerstag, 16.08.2018

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Schaufenster erinnern an Berolzheimer und Ullstein

Jüdisches Museum Franken konzipiert einen neuen Rundgang für Schüler - 14.06.2018 11:00 Uhr

Am Papierhaus Schöll: Während hinten Mitarbeiterinnen des Jüdischen Museums einen Schaukasten gestalten, befragen Schliemann-Schülerinnen Passanten zu Heinrich Berolzheimer und Leopold Ullstein. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Schauplatz Obstmarkt: An Heinrich Berolzheimer und Leopold Ullstein erinnern neuerdings eine Vitrine am Eingang zum Papierhaus Schöll und ein Schaufenster im BN-Umweltladen in der Mohrenstraße. Beide sind Stationen eines neuen Stadtrundgangs, den das Jüdische Museum Franken (JMF) derzeit für Kinder im Grundschulalter konzipiert und der ab Herbst buchbar sein soll.

"Wir möchten künftig stärker die Erinnerung an die jüdische Stadtgeschichte Fürths sichtbar machen", sagt Museumspädagogin Katrin Thürnagel. Das JMF kooperiert dabei mit Kunsterzieherin Johanna Klose — und während gestern Mitarbeiterinnen des Museums Vitrine und Schaufenster mit bildschönen Faksimiles von Berolzheimers Bleistift-Schachteln und einer Ullstein-Fotocollage ausstatteten, gingen drei Klose-Schülerinnen aus dem Geschichts-W-Seminar des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums zur Fürther Stadtgeschichte auf Interview-Pirsch.

Wer denn eigentlich dieser Berolzheimer und der Herr Ullstein waren, wollten die Elftklässlerinnen Paula, Johanna und Katrin von Passanten wissen. Nach zwei Stunden stand fest: Immerhin die Hälfte der Interviewten erwies sich als erstaunlich sattelfest; vor allem ältere Fürther wissen noch, dass Heinrich Berolzheimer Mitte des 19. Jahrhunderts eine Bleistiftfirma gründete und Leopold Ullstein just in der Mohrenstraße 2 mit einer Papiergroßhandlung durchstartete.

Antrieb für die Schaufenster-Aktion erfuhr das Museumsteam durch Zuschriften, in denen sich die Fürther laut Thürnagel "stärker die Darstellung namhafter jüdischer Persönlichkeiten wünschen". Papierhaus-Chef Gerhard Schöll jedenfalls machte nicht nur gern seine Vitrine frei, sondern beschloss spontan, neue Stifte ins Sortiment zu nehmen. Heinrich Berolzheimers Urenkel nämlich sind noch immer in der Bleistiftherstellung an der Ost- und Westküste der USA tätig. Unter dem Namen Berol produziert eine der Firmen in Großbritannien, eine weitere, Palomino, lässt in Japan herstellen. 

Matthias Boll

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