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„Wir haben keine neuen Erkenntnisse“, teilte das bayerische Landeskriminalamt (LKA) am Mittwoch mit. Bisher gebe es weder Hinweise, dass sich die Frau unter den Überlebenden befindet, noch hätten Taucher im Rumpf der havarierten „Costa Concordia“ ihre Leiche gefunden.
Die Frau war, wie berichtet, mit einer Freundin an Bord der „Costa Concordia“ gewesen. Als die Evakuierung begann, versuchten beide Frauen noch gemeinsam, Platz in einem der Rettungsboote zu bekommen, doch sie hatten kein Glück. Nach Schilderung der Freundin verloren sie sich aus den Augen, als das Schiff schon kräftig in Schräglage stand und die Passagiere zur anderen Seite des Decks rutschten. Seit Montagnachmittag zählt die 52-Jährige offiziell zu den Vermissten.
Nicht nur die heimgekehrte Freundin wartet auf ein Lebenszeichen. Auch am Arbeitsplatz der Frau, bei Playmobil in Zirndorf, hoffen die Kollegen inständig auf gute Nachrichten. „Wir haben im Auswärtigen Amt und bei der Polizei nachgefragt, ob wir etwas tun können, aber leider kann man von hier aus nichts machen“, sagt Playmobil-Sprecherin Judith Weingart auf Nachfrage der FN.
Am Samstag wäre Weingart zufolge die Reise der Vermissten zu Ende gewesen, am Montag wurde sie an ihrem Arbeitsplatz zurückerwartet. Als sie nicht erschien, sei die Sorge groß gewesen: „Die Kollegen wussten natürlich, was für einen Urlaub sie vorhatte.“ Seit 23 Jahren gehöre die Frau zum Unternehmen, erzählt Weingart, sie sei zuständig für koordinierende Aufgaben in der Deko-Abteilung der Spielwarenfirma.
Der Abteilungsleiter sei von einer Freundin der Frau in Kenntnis gesetzt worden, dass das Schicksal seiner Mitarbeiterin ungewiss ist. „Wir haben dann eine Hausmitteilung verschickt, damit man gemeinsam hoffen kann.“ Die Hoffnung sei etwa, „dass sie vielleicht doch in einem Krankenhaus ist, da war ja ein bestimmtes Maß an Chaos da.“
Vor der toskanischen Küste wurde die Suche nach den Vermissten fünf Tage nach der Havarie der „Costa Concordia“ am Mittwoch zunächst eingestellt. Bei dem auf einem Felsen liegenden Wrack, das ins tiefe Gewässer abzustürzen droht, zeichneten die Messgeräte nach Angaben der Küstenwache eine Bewegung auf. Als Vorsichtsmaßnahme für die Taucher, die nach den noch vermissten 22 Personen suchten, wurden die Arbeiten gestoppt.
Jetzt müsse erst geklärt werden, ob sich das Schiff tatsächlich bewegt habe und falls ja, wie stark die Bewegung gewesen sei, erklärte Kommandeur Filippo Marini. In der Nacht hatten Taucher den über Wasser liegenden Teil des Schiffs durchsucht. Weitere Vermisste wurden aber nicht entdeckt. Bislang wurden elf Menschen tot geborgen.
Ob unter den zuletzt gefundenen sechs Toten auch Deutsche waren, war nicht bekannt. Vor der Bergung der sechs Leichen am Montag und Dienstag waren nach offiziellen italienischen Angaben insgesamt noch vier Besatzungsmitglieder und 24 Passagiere vermisst worden, darunter 13 Deutsche. Betroffen waren neun Frauen und vier Männer aus Deutschland. Daneben standen noch die Namen von sechs Italienern, vier Franzosen, zwei Amerikanern, einem Ungarn, einem Inder und einer Peruanerin auf der Liste der italienischen Behörden.
Das Auswärtige Amt in Berlin geht bislang von zwölf vermissten
Deutschen aus: fünf aus Hessen, jeweils zwei aus Berlin,
Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sowie einer aus Bayern.
Meldungen, wonach unter den am Dienstag geborgenen fünf Toten auch
Deutsche waren, könnten „derzeit nicht bestätigt werden“, hieß es.



