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Frau Teetzen, Alaaf oder Helau?
Teetzen: Bei uns sagt man Alaaf!
Aha, e kölsch Mädche. Heißt doch so, nicht wahr?
Teetzen: Ja, das sagt man so. Ich bin in Köln aufgewachsen und als Jugendliche dann nach Bad Hönningen gezogen, das liegt zwischen Bonn und Koblenz.
Also Rheinländerin durch und durch. Wie geht es gerade da oben zu?
Teetzen: Die Wohnungen sind geschmückt, die Häuser, die Geschäfte, sogar ganze Straßenzüge. Die Leute sind zu Tausenden unterwegs und bei den großen Umzügen. Wenn Sie in eine Kneipe wollen, müssen Sie Schlange stehen. Karneval ist im Rheinland der Höhepunkt.
Und Sie waren früher mittendrin?
Teetzen: Als Mädchen war ich bei den Rotweißen Funken, der größten Tanzgarde in Köln. In Bad Hönningen stand ich 20 Jahre lang aktiv auf der Bühne mit Sketchen und anderen Beiträgen – das ganze Programm.
Wie haben Sie bloß den Kulturschock überstanden, als Sie vor sieben Jahren nach Oberasbach zogen?
Teetzen: Das war nicht leicht. In Fürth ist Fasching schon ein bisschen traurig...
Wahrscheinlich ist’s in unseren Nachbarstädten nicht viel besser?
Teetzen: Nein, kein bisschen.
Haben Sie denn nicht versucht, die Franken zu missionieren?
Teetzen: Doch. Ich bin ziemlich schnell bei der Karnevalsgesellschaft CFK gelandet und habe dort drei Versuche auf der Bühne gestartet – das ging total in die Hose.
Wieso?
Teetzen: Das Publikum hat den Humor nicht verstanden. Da kam gar nichts, kein Applaus, da hat kaum einer zugehört. Manche hier gehen wirklich zum Lachen in den Keller. Jetzt tret’ ich nur noch in der Gruppe auf, bei den Fürther Drosseln und den CFK-Hexen oder als Hofdame.
Und das ist besser?
Teetzen: Ja, aber auch nicht immer. Als wir am Donnerstag mit den Hexen auf den Straßen unterwegs waren, gab es nur wenige positive Reaktionen. Manche Passanten waren schon mehr als abweisend. Das macht mich irgendwo traurig. Aber wissen Sie, was das Schlimmste ist?
Nein.
Teetzen: Zu den Sitzungen kommen die Menschen in normaler Kleidung, da ist kaum einer maskiert. Dabei ist das doch so wichtig, dass man von der Bühne in ein tolles Publikum schaut.
Es gibt viele Exil-Rheinländer, die fahren schon fast zwanghaft über die Karnevalstage nach Hause, warum sind Sie noch hier?
Teetzen: Weil ich übermorgen in den Urlaub fliege. Letztes Jahr war das ähnlich. Dafür bin ich immer zum 11.11. in Köln und kurz darauf bei der Sessioneröffnung in Bad Hönningen. Vor zwei Jahren habe ich mal den ganzen CFK-Vorstand mitgenommen, die haben gestaunt! Wir kommen da noch ohne Fremdbeiträge aus, das entsteht alles aus der Gruppe. Viele Kostüme sind selbst gemacht.
Wie viele besitzen Sie?
Teetzen: Mindestens 30. Da ist alles dabei, vom Blötschkopp...
Wie bitte?
Teetzen: ...das ist quasi ein Blödkopf... bis zum Harlekin. Ich habe auch große Stoffclowns, die ich in Bad Hönningen in die Fenster gehängt habe, darauf verzichte ich hier aber.
Da bleibt nur der Fernseher.
Teetzen: Ja, die Sendungen beim WDR sind für mich die Ersatzdroge. Ein Gläschen Sekt, und dann wird im Wohnzimmer auch mal Alaaf gerufen.
Haben Sie noch Hoffnung, die fränkischen Faschingsmuffel zu bekehren?
Teetzen: Ich würde es mir wünschen, aber der Fasching hat hier einfach nicht die Tradition wie im Rheinland. Wenn man da einer Karnevalsgesellschaft beitreten will, muss man Jahre vorher den Antrag stellen. Hier in Fürth laufen wir den Leuten hinterher. Das ist schade, denn die hiesigen Karnevalsgesellschaften geben sich wirklich Mühe.
Wo sind Sie heute Abend?
Teetzen: Faschingskehraus mit der CFK, ab 20.11 Uhr im elan. Am Aschermittwoch ist dann wieder alles vorbei.
Muss man in Fürth sagen: Gott sei Dank?
Teetzen: Na ja, so schlimm ist es dann doch nicht.




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