Langgezogene Sprints in ungewöhnlicher Situation scheinen bei der SpVgg momentan Mode zu werden. War es beim Sieg gegen den Karlsruher SC Trainer Mike Büskens gewesen, der blitzschnell auf dem Feld auftauchte, um das 3:1 mitzufeiern, so überzeugte diesmal nach dem Schlusspfiff Tormann Max Grün mit einem schnellen Antritt über das halbe Feld.
Kaum hatte Schiedsrichter Christian Bandurski abgepfiffen, schnellte der Keeper aus seinem Strafraum Richtung Trainer Mike Büskens. "Ich wollte ihm nur sagen, dass ich Elfmeter halten kann", erklärte Grün nach der Begegnung mit einem Grinsen.
Der Tormann, der sonst im Gegensatz zu manchem Kollegen zwischen den Pfosten kaum zu Extravaganzen neigt, hatte in der 74. Minute einen flach ins Eck geschossenen Strafstoß von Santi Kolk gehalten und damit den Ausgleich der Berliner verhindert. Sicher eine Schlüsselszene des Auftritts in der Alten Försterei, denn auch wenn das Kleeblatt die Begegnung meist im Griff gehabt hatte - in der kurzen Phase nach dem Anschlusstreffer hätten die Gastgeber das Spiel noch einmal herumreißen können.
Hintergrund der Geschichte: Beim Pokalspiel in Braunschweig hatte Mike Büskens kurz vor Ablauf der Verlängerung erwogen, Ersatzkeeper Matiaz Rozman für das etwaige Elfmeterschießen einzuwechseln. "So was löst ja auch beim Gegner eine Reaktion aus", meinte Büskens. Grün gab zudem zu, dass er im Training beim letzten Elfmeter-Üben keine so gute Figur abgegeben habe.
Doch nach dem Schlüsselerlebnis in der Alten Försterei hat der in kürzester Zeit zu einem der besten Zweitliga-Keeper aufgestiegene Grün auch das Parieren von Elfmetern ins Repertoire aufgenommen. Büskens braucht ihn also beim nächsten Mal nicht auszutauschen, sollte wieder mal ein Elfmeterschießen drohen. "Das muss der Trainer jetzt nicht mehr machen", sagte Grün lachend.
Ein wenig Anteil an der gelungenen Parade hatte vielleicht auch Stephan Schröck. Der hatte nach dem Elfmeterpfiff auf der Torlinie stehend auf Grün eingeredet und ihn zusätzlich motiviert. Außerdem hatte er einen Tipp parat. "Wir haben über die linke Ecke gesprochen", berichtete Grün, dass ihm sein Verteidiger tatsächlich das Eck empfohlen hatte, in das der Berliner Schütze tatsächlich zielte.
"Ein bisschen Glück und einen Tormann, der so einen Elfer hält", machte Michael Büskens als Erfolgsfaktoren aus. "Es ist schön, einen solchen Sieg mit in die Länderspielpause mitzunehmen", freute sich Max Grün darüber, dass die momentan gute Stimmung im Team auf jeden Fall bis zum nächsten Heimspiel gegen Aachen anhalten wird.




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