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Ein Killer trifft - und zwar auf einen depressiven Ehemann. Durch eine Buchungspanne werden sie im selben Hotelzimmer einquartiert, in dem nun der eine auf sein Opfer, der andere auf die untreue Gattin wartet. Hinzu kommt ein quirliger Hotelpage, der die beiden bizarren Gäste unentwegt quält. Da ist jede Menge amüsanter Zündstoff drin.
Winfried Glatzeder, Schaupieler-Legende spätestens seit dem Defa- Kultfilm „Die Legende von Paul und Paula“, mimt den Verbrecher Ralph, wie er im Buche steht. Wortkarg baut er sein Gewehr auf, um einen Mafiaboss zu erledigen, der im Gerichtsgebäude gleich gegenüber aussagen will. Doch dann taucht François Pignon auf, frisch zum Single beförderter Vertreter für Herrenhemden. Marcus Ganser gibt ihn tollpatschig, hysterisch, urkomisch. Wie er sich am Wasserrohr der Toilette aufhängen will und wie er es nicht mal schafft, aus dem Fenster zu springen, ist zum Schreien. Zwei gestandene Mimen von echtem Schrot und Korn, die sichtlich Spaß an der Sache haben – etwas Besseres kann dem Publikum nicht passieren.
Zur Überraschung des Abends aber avanciert der „Page“ alias Gerd Lukas Storzer. Der Hotelboy verzweifelt an seinen Gästen, ist aber so pfiffig, selbst die schwierigsten Kandidaten in den Griff zu bekommen. Immer professionell, mit leicht genervtem Gesichtsausdruck, hetzt Storzer nonstop über die Bühne und macht Stimmung. Dabei kann er auf Slapstick-Einlagen verzichten, seine Rolle funktioniert subtiler: als Underdog, der den Chefs und Reichen Zunder gibt.
So kommen im gut besuchten Stadttheater alle auf ihre Kosten. Vebers Komödie, unter dem Titel „Die Filzlaus“ mit Lino Ventura und Jacques Brel sowie als „Buddy, Buddy“ mit Walter Matthau und Jack Lemmon verfilmt, zündet auch auf der Bühne. Die Darsteller müssen sich hinter den Film-Kollegen ohnehin nicht verstecken. Jede Geste sitzt, und die wuchtige, auf die Wendepunkte der Handlung fokussierte Regie von Jürgen Wölffer erzeugt jene Heiterkeit, die sonst in manchen Boulevard-Stücken so aufgesetzt wirkt. Hier ist das Lachen echt.



