Mittwoch, 12.12.2018

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Seitenweise Glück: Fürther Lesefrühling lockt

Schüler treffen Autoren bei der 13. Auflage der Veranstaltung - 10.03.2018 13:47 Uhr

Bibliothekarin Cornelia Bley-Redinger koordiniert erstmals das Schulprojekt für rund 6000 Zuhörer. © Foto: Leberzammer


Rund 100 Lesungen für über 6000 Schüler an zwölf Tagen: Der Lesefrühling kommt nicht auf leisen Füßen daher. Neben der willkommenen Abwechslung zum Schulalltag bietet sich den Mädchen und Jungen auch die Möglichkeit, mit Autorinnen und Autoren ins Gespräch zu kommen. Begegnungen, die bei manchen Unglauben und Überraschung hervorrufen.

"Ja, es gibt Menschen, die sich Geschichten ausdenken": Für Cornelia Bley-Rediger, die den Lesefrühling heuer erstmals koordiniert, ist das keine neue Erkenntnis. Für viele Kinder offenbar schon. "Es ist toll, bei diesen Begegnungen dabei zu sein", findet die Volksbücherei-Bibliothekarin. Neun Kinderbuchschriftsteller haben in diesem Jahr den Weg in die Kleeblattstadt gefunden. Unter ihnen ist Guido Kasmann aus Köln. Ihm gefällt, dass praktisch alle Altersklassen und Schularten angesprochen werden. Vor allem aber, dass die Lesungen, wenn möglich, in Bibliotheken stattfinden. "Denn das ist der zentrale Ort des Geschehens", findet Kasmann.

Besonders rührend sei es für ihn, wenn ihm seine jungen Zuhörer hinterher erzählen, dass sie selbst gerne Geschichten erfinden. "Mach weiter", fordert er sie dann auf, "denn Menschen brauchen Geschichten." Seine Kollegin Usch Luhn aus der Steiermark sieht darin einen ganz wichtigen Beitrag zur Bewusstseins- und Persönlichkeitsbildung, wenn man darüber nachdenkt, was man liebt und gerne einmal selbst werden will. "Die Kinder sollen ihre Talente entdecken", so Luhn, "und das muss natürlich nicht unbedingt das Schreiben sein."

Ausprobieren können die Fürther Kinder es in diesem Jahr mit einem Sonderprojekt, das von der Autorin Vera C. Koin initiiert und begleitet wird: An drei Grundschulen dürfen die Schüler selbst Geschichten erfinden und illustrieren. Das Ergebnis wird anschließend als Buch veröffentlicht.

Gesponsert wird der Lesefrühling von der Sparda-Bank, der Gutmann-Stiftung, dem Jugendamt, dem Friedrich-Bödecker-Kreis sowie von der Buchhandlung Edelmann. Deren Geschäftsführer Thomas Kistner freut sich, dass man nach wie vor Kinder zum Lesen animieren könne: "Seit dem Aufkommen von E-Books wurde dem gedruckten Buch schon häufig das Aussterben prophezeit. Zum Glück ist das nicht so, denn gerade bei Kindern lässt sich die Begeisterung für Bücher mit Veranstaltungen wie diesen entfachen."

ZFürther Lesefrühling 2018: An diesem Samstag findet um 16 Uhr in der Innenstadtbibliothek (Friedrichstraße 6 A) eine öffentliche Lesung für Familien mit Kindern ab vier Jahren statt. Der Mainzer Lesekünstler Michael Hain liest und spielt "Tafiti sucht Ur-ur-ur-ur-uropapas Goldschatz." Der Eintritt kostet für Kinder 3, für Erwachsene 5 Euro. 

ARMIN LEBERZAMMER

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