Samstag, 17.11.2018

|

Seltsames Verkehrsschild gibt Rätsel auf

Verwirrung bei Wachendorf: Warum dürfen Radler hier auf die Straße? - 26.06.2018 21:00 Uhr

Ungewöhnlich: kein offizielles Verkehrszeichen, sondern ein „Plakat“, das Bikern bei Wachendorf trotz Radweg die Fahrt auf der Straße erlaubt. © Foto: Ehm


Auf einem weißen Viereck findet sich das runde blaue Fahrradwegzeichen, durchzogen von einem roten Balken. Darunter steht zu lesen: "Radfahrer dürfen Fahrbahn benutzen!". Wer von Oberfürberg Richtung Wachendorf unterwegs ist, passiert das Schild kurz hinter der Abzweigung nach Banderbach. Wozu aber ein toller Radweg – wenn jeder, der will, auf der vielbefahrenen Straße radeln darf?

Das leuchtet nicht allen ein. Der Cadolzburger Kreisrat Karl–Heinz Hühnermann etwa wusste im Umwelt- und Verkehrsausschuss von Fragen verwirrter Bürger zu berichten und davon, dass er sich schwer tut, ihnen das zu erklären.

Strenggenommen kein Schild, sondern ein "Plakat"

Interessant am Rande: Besagtes Verkehrszeichen taucht in der Straßenverkehrsordnung überhaupt nicht auf. Es handle sich auch nicht um ein Schild, sondern vielmehr um "ein Plakat", räumte Landrat Matthias Dießl ein und lieferte weitere Erläuterungen: Im Landkreis gebe es benutzungspflichtige Radwege. Das bedeutet, die Radler dürfen dort nicht auf der Straße unterwegs sein.

Anders bei besagter Strecke von Wachendorf zur Einmündung nach Banderbach. Hier können Radler zwischen Radweg und Straße wählen. Denn: Eine Benutzungspflicht für den Radweg hätte negative Auswirkungen, meinte Dießl. Radler, die aus Wachendorf kommend Richtung Fürth unterwegs sind, müssten dann "zwei- bis dreimal die Straße queren. Das bringt sie, aber auch die Autofahrer in Gefahr".

Das Problem: Nach der Abzweigung Richtung Banderbach fehlt ein Radweg nach Fürth. Dießl, zugleich Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern, hat deshalb das Gespräch mit Fürths Oberbürgermeister gesucht. Thomas Jung befürworte eine Weiterführung, sagte Dießl. Mit dem OB wolle er die Situation demnächst in Augenschein nehmen.

Mit dabei sein dürften dann auch Vertreter aus Cadolzburg. Was nämlich die Eigentumsverhältnisse an der entsprechenden Stelle angeht, besitze der Landkreis "nicht mehr viele Aktien". Eine rote Radfurt über die Kreisstraße — damit wären die Pflichten erfüllt; der Rest wäre Angelegenheit der Cadolzburger und der Fürther. 

Harald Ehm

13

13 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Fürth, Cadolzburg