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Seukendorf kämpft gegen "wildes Wasser"

Gemeinde will sich mit mehrstufigem Konzept gegen Folgen von Starkregen wappnen - 20.12.2017 06:00 Uhr

Die Gemeinde Seukendorf will sich künftig mit einem mehrstufigen Konzept gegen Überflutungen schützen. © fn


Mit Hochwasser hat e die Gemeinde in den vergangenen Jahren immer wieder einmal zu kämpfen. Deshalb beschloss nun der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung bei einer Gegenstimme, einen Antrag für das Sonderprogramm "Integrale Konzepte zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement" zu stellen.

Konzipiert werden soll ein umfassender Plan zum Risikomanagement bei einer Sturzflut, wie sie sich zuletzt am 18. August dieses Jahres ereignete. Das Projekt soll schätzungsweise 110 000 Euro kosten. Bei einer etwaigen Bezuschussung von 75 Prozent hätte Seukendorf im Idealfall lediglich 27 500 Euro zu tragen.

Ziel ist es, vor einer möglichen großen Regenperiode 2018 erste Maßnahmen umzusetzen. Dazu holte der Gemeinderat ein Gutachten der Firma Spekter aus Herzogenaurach ein, die sich auf den Katastrophenschutz und insbesondere die Prognosen von Starkregen-Folgen für Gemeinden spezialisiert hat. Reinhard Brodrecht, Gründer der Gesellschaft und beratender Ingenieur, stellte den Kommunalpolitikern den fünfstufigen Plan zum Sonderprogramm jetzt vor.

Dieser sieht zunächst eine Bestandsanalyse vor, um festzustellen, welche Schäden in der Vergangenheit durch sogenanntes "wildes Wasser" entstanden sind, und welche Grundlagen geschaffen werden müssen, um akkurate Vorhersagen treffen zu können. Im nächsten Schritt simuliert Spekter die möglichen Auswirkungen und Wahrscheinlichkeiten von Sturzfluten und erstellt dann in Schritt drei Starkregen-Gefahrenkarten, um Schutzziele in Seukendorf zu definieren und sie nach Prioritäten zu kategorisieren.

Schließlich erarbeitet Spekter in den Schritten vier und fünf konkrete Maßnahmen, um die Ziele zu schützen, und legt gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt umsetzbare Projekte fest. Die Konzeption behandelt primär die Gefahren des sogenannten wild abfließenden Wassers, also Niederschläge, die sich auf Grundstücken natürlich ansammeln. Im Gemeinderat herrschte Einigkeit, dass die Gefahren reiner Gewässerübertretungen im Vergleich dazu zu vernachlässigen sind.

Seukendorf könnte im Falle einer Umsetzung des Planes bayernweit eine der ersten Kommunen sein, die eine Sturzflut-Risikoprävention nach den neuesten Erkenntnissen durchführt. Sobald das Umweltministerium in München den Antrag bewilligt hat, kann Spekter mit der Umsetzung beginnen. Die Gemeinde hat sich mit dem Antrag dazu verpflichtet, im Fall einer Fördermittelzusage das Projekt durchzuziehen. 

SEBASTIAN ZELADA

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