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Sicherer radeln in Cadolzburg

Ringlösung in der Diskussion - 29.11.2017 06:00 Uhr

Teilnehmern einer ADFC-Tour auf dem ErlebnisRadweg Hohenzollern erreichen das Cadolzburger Burgtor. © Frank Kreuzer


Vor Dieter Burock liegt der Ortsplan von Cadolzburg. "Hier könnte er entlangführen", meint Burock und zeichnet mit dem Finger einen Weg nach, der Einrichtungen wie Schulzentrum, Kindergarten oder Bahnhof tangiert und durch ruhigere Straßen abseits der Ortsdurchfahrt führt. Dafür bräuchte es eine angemessene Beschilderung und die eine oder andere Hilfe bei der Überquerung der Hauptstraße. Zudem sollte der Radring Routen in alle Richtungen aufweisen und so die Außenorte anbinden.

Der Cadolzburger Radring ist eines der Ergebnisse des Verkehrskonzeptes, das im Arbeitskreis Mobilität des Vereins zum Erhalt eines lebenswerten Cadolzburg entstanden ist. Im und um den Ortskern gebe es genügend Ausweichrouten, haben Margarete Wittmann und Dieter Burock herausgefunden. Denn die Nutzung der Hauptstraße mit dem Rad sei, so die beiden Cadolzburger – für Einheimische und vor allem auch für Gäste – eine Herausforderung.

Wo geht’s zur Burg?

Burock und Wittmann gehören beide diesem Arbeitskreis an. In ihrer weiteren Funktion als Vertreter des Bundes Naturschutz werden sie die Belange der Radler auch im Steuerungskreis ISEK (Integriertes Städtisches Entwicklungskonzept) vertreten. Wenn das Thema Radfahren bei den ISEK-Projekten behandelt wird, sollen die Vorschläge des AK Mobilität Hand und Fuß haben. Dass Handlungsbedarf besteht, wurde während der Diskussionen beim Radlertreffen schnell deutlich.

Wer während der Hauptverkehrszeit als Radler die Nürnberger Straße nutzen möchte, braucht starke Nerven. Gut ausgeschilderte Ausweichrouten seien gefragt, so der einhellig Tenor. Denn neben den Einheimischen würden davon vor allem auch Besucher profitieren. Mangels einer einheitlichen Beschilderung finden sie nur schlecht durch den Ort und vor allem nicht sicher zur Burg, dem Tourismusmagneten in Cadolzburg.

Das jüngste Radlertreffen unter Federführung des ADFC Fürth (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) hatte der AK Mobilität angeregt. "Beim ADFC wollen wir uns die Fachkompetenz holen", erklärt Burock die Kooperation mit den Radlerkollegen aus der benachbarten Großstadt. Dort habe man das Know-how, was Rechtsprechung und Verkehrstechnik beim Thema Radwegebau angeht.

Schnell wurde deutlich, dass es Cadolzburger Radfahrern auch an angemessenen Verbindungen mangelt. "Es ist ein Unding", meint Burock, "dass zwischen einem Ort von 11 000 Einwohnern wie Cadolzburg und einer Stadt von 127 000 Einwohnern wie Fürth kein ganzjährig passierbarer Radweg existiert."

Ein Thema, das die Cadolzburger nicht alleine werden lösen können: Der gefährliche Streckenverlauf vor Oberfürberg müsste von der Stadt Fürth in Angriff genommen werden. Die kürzeste Verbindung verläuft durch den Wald über den Rennweg. Der ist aber im Winter nur schwer befahrbar. Fürs Erste, so meinen die Cadolzburger, wäre ein wintertauglicher Belag schon ein Lösungsansatz.

Konflikte mit Fußgängern

In Cadolzburg selbst müsste die Radwegeplanung ihrer Meinung nach noch durch bessere Ein- und Ausfahrmöglichkeiten am Kreisverkehr und durch Querungshilfen für Radler und Fußgänger auf der Staatsstraße nördlich von Cadolzburg mit Warnschildern und Geschwindigkeitsbegrenzungen ergänzt werden. "Auf der Straße haben die Autos Vorrang, Radler weichen dann auf Gehwege aus, wo es Konflikte mit den Fußgängern gibt", weiß Burock.

Die Weiterentwicklung Cadolzburgs wird für die Arbeiten an ISEK zur Schlüsselfrage. Burock und die Radler sind überzeugt: "Ein optimiertes Fuß- und Radwegesystem wird zu den Kernfragen gehören." 

PETRA FIEDLER

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