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Speed-Dating bei der Arbeitsagentur in Fürth

Jobanbahnung und Arbeitsverhältnis im Eilverfahren - 12.02.2014 08:00 Uhr

Sechs Minuten können reichen – glauben jedenfalls die Fürther Arbeitsmarkt-Experten und versuchen, im fixen Zwiegespräch dauerhafte Partnerschaften in die Wege zu leiten.

Sechs Minuten können reichen – glauben jedenfalls die Fürther Arbeitsmarkt-Experten und versuchen, im fixen Zwiegespräch dauerhafte Partnerschaften in die Wege zu leiten. © Leberzammer


14 Bewerber, sechs Unternehmen. Für ein erstes Beschnuppern bleiben exakt sechs Minuten Zeit. „Das klingt jetzt vielleicht wie vor einer Modenschau – aber bitte lächeln Sie. Das öffnet schon viele Türen“, rät Michael Hümmer den 14 Frauen und Männern auf Jobsuche vor Beginn des Speed-Datings. Hümmer ist Mitarbeiter der Arbeitsagentur und betreut Studierende und Absolventen an der Universität Erlangen-Nürnberg. Nach der Premiere im vergangenen Jahr fand das schnelle Kennenlernen von Arbeitgebern und potenziellen Mitarbeitern nun zum zweiten Mal im Fürther BIZ statt.

Max Oberlander hat Maschinenbau studiert und ist seit einigen Monaten auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. „Ich mache beim Speed-Dating zum ersten Mal mit“, berichtet der 29-Jährige, der mitunter zweifelt, „inwieweit man denn in sechs Minuten zu Potte kommen kann.“ Michael Hümmer findet, dass das auch gar nicht das Ziel sein kann. „Hier geht es um ein allererstes Kennenlernen. Bewerbungsunterlagen und ein richtiges Vorstellungsgespräch haben beim Speed-Dating nichts verloren.“

Für die Jobsuchenden hat diese Methode in seinen Augen einen großen Vorteil: „Wir haben hier sechs potenzielle Arbeitgeber in einem Raum. Und die befinden sich in einer richtigen Konkurrenzsituation, selbst wenn sie aus unterschiedlichen Branchen stammen.“ Als bewerberfreundlich empfindet Hümmer zudem die Tatsache, dass die sechs Unternehmen nichts von den Kandidaten wissen, während sich diese bereits im Vorfeld über die Firmen informieren konnten.

„Sehr gespannt“

Katarina Maderova beispielsweise hat sich auf den Firmen-Homepages schlaugemacht. „Ich bin sehr gespannt, was passieren wird“, sagt die 29-Jährige, die vor einem Jahr aus der Slowakei nach Fürth gezogen ist. „Ich habe Bekannte hier, deshalb war Fürth für mich eine gute Anlaufstelle“, erzählt sie.
Die zurückliegenden Monate hat sie genutzt, um sich einerseits zu bewerben und andererseits ihr Deutsch zu verbessern. „Als ich hier ankam, habe ich nur ganz wenig gesprochen und meine Bewerbungen auf Englisch verfasst.“ Inzwischen kann sich die Absolventin für Verfahrenstechnik und Maschinenbau fließend verständigen und würde auch gern in der Region bleiben. „Was mir fehlt, ist die Berufserfahrung“, glaubt sie.

Ihr gegenüber werden später Nadine Feldmann und Lutz Beck von der Erlanger Firma Astrum IT sitzen. Ob mit Berufserfahrung oder frisch von der Uni – „wir suchen kontinuierlich Personal“, sagt Beck. „Und wir hoffen, den einen oder anderen Kandidaten hier kennenzulernen.“ Die Konkurrenzsituation sehen die beiden Personalexperten gelassen. „Wir haben doch meistens ganz unterschiedliche Schwerpunkte“, sagt Feldmann. Während Astrum vor allem Softwareentwicklung im medizinischen Bereich betreibt, suchen andere, wie etwa die Weiler GmbH aus Emskirchen oder die Clear Group aus Erlangen, eher IT- und Maschinenbau-Ingenieure für den Werkzeugbau oder die Prozesstechnik.

Michael Hümmer von der Arbeitsagentur sieht im Speed-Dating jedenfalls eine praktikable Ergänzung zur herkömmlichen Bewerbung. Die Erfahrung habe gezeigt: „30 bis 40 Prozent der Teilnehmer kommen danach in einen intensiveren Kontakt zu den Arbeitgebern.“ 

ARMIN LEBERZAMMER

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