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Recht entspannt sitzen die vier Jungs der Rockband „Second World“ im Gang der Zirndorfer Musikschule und warten auf ihren Auftritt. Gerade haben sie sich in einem Nebenzimmer warmgespielt und sind dabei schon aufgefallen — als einzige Rockband in dem sonst von Gesang, Flöte und Klavier dominierten Vorentscheid. Ob das die Chancen, ins Finale zu kommen, steigert?
„Wir haben Vertrauen in uns selbst, aber wir wollen auch nicht übermütig sein“, schätzt Gitarrist Erik die Lage ein. Seit einem Jahr spielen die vier Schüler, die sich selbst als „Garagenband“ bezeichnen, zusammen, meist selbst geschriebene Stücke. „Wir sind auch schon auf dem Schulfest aufgetreten und freuen uns jetzt darauf, bei diesem Wettbewerb dabei zu sein.“
Dann öffnet sich auch schon die Tür und Musikschulleiter Werner Siebenhaar bittet die Jungs herein. Zusammen mit der Gitarristin und Talentpreisträgerin Carolin Rottler bildet er die Jury der Vorauswahl.
Und die beiden geben sich richtig Mühe. Niemand wird hier „fertiggemacht“ wie bei Bohlen & Co. Stattdessen wird über jede Darbietung ausführlich beraten. Wer es nicht ins Finale schafft, erhält zum Trost wenigstens ein paar Zeilen, was er in Zukunft besser machen kann. „Uns geht es allein um Qualität“, meint Siebenhaar „und darum, dass wir nur Leute ins Finale schicken, von denen wir annehmen, dass es ihnen auch guttut, auf einer Bühne vor hunderten von Leuten zu stehen.“ Wer nämlich schon hier in der heimeligen Atmosphäre des Klassenzimmers höchst nervös ist, den könnte ein Auftritt vor einem breiten — und vielleicht teilweise ungnädigen — Publikum auf dem Marktplatz womöglich eher verschrecken.
Bei den Jungs von „Second World“ dürfte das aber kein Problem sein. Die staunen ohnehin erst mal über die gute Ausstattung der Musikschule: „Wow, ein Marshall-Verstärker! Oh Mann!“, dann rocken sie wie alte Profis ihren Song „The Creature“ ab.
Die beiden Juroren nicken und machen sich Notizen — noch wird nichts verraten. Und dann steht auch schon die nächste Kandidatin vor der Tür. Es ist Sängerin Lisa Neumayer, die das Stück „A thousand years“ von Christina Perry vorträgt.
„Bei Sängern und Sängerinnen fällt mir die Entscheidung immer am schwersten“, verrät Schulleiter Siebenhaar. „Vielleicht, weil ich selbst eher Posaunist bin.“ Da ist es gut, dass Mitjurorin Rottler Gesangserfahrung hat: „Ich kenne die Situation des Vorsingens nur zu gut und weiß, wie sich die Kinder fühlen.“
Tatsächlich sind die meisten der Teilnehmer unter sechzehn, obwohl der Wettbewerb für alle Altersklassen offen ist — genauso wie für alle Musikstile. „Manche dachten aber wegen des Namens, dass es sich um einen Wettbewerb in fränkischer Volksmusik handelt“, sagt Siebenhaar lachend. „Eine Kindergruppe kam sogar in Tracht.“ Ansonsten wird aber ein breites Spektrum geboten, vom Querflötenquartett über die flotte Musical-Nummer mit Tanz bis hin zum seelenvollen Klavierstück.
Denjenigen, die es beim Musikfest auf die Marktplatz-Bühne schaffen, winken als Prämien Musikgutscheine und als Hauptpreis ein Tag im Tonstudio. Dabei sollen die Preise aber nicht im Mittelpunkt stehen: „Uns ist es vor allem wichtig, jungen Musikern ein Ziel zu geben“, meint Siebenhaar. „Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, monatelang die Disziplin zum regelmäßigen Üben aufzubringen, wenn man nicht irgendeinen Anreiz vor Augen hat.“
Die Gewinner des Vorentscheides kann man beim Musikfest am 13. Mai ab 15 Uhr auf dem Zirndorfer Marktplatz sehen.




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