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Stadt schiebt Ausnahmen einen Riegel vor

Bebauung am nördlichen Ortsrand von Oberfürberg soll auf das reduzierte Maß beschränkt bleiben - 28.01.2011 13:00 Uhr

Dieses Areal am Oberfürberger Kirchenweg bleibt für eine Bebauung tabu. Hier waren einmal eine Villa und sechs Einfamilienhäuser vorgesehen.

Dieses Areal am Oberfürberger Kirchenweg bleibt für eine Bebauung tabu. Hier waren einmal eine Villa und sechs Einfamilienhäuser vorgesehen. © Mark Johnston


Die neue restriktive Linie trifft auch ein seit 1999 geplantes Bauvorhaben für eine Villa, sechs Einfamilienhäuser und 14 Carports am Kirchenweg. Einstimmig hat der Bauausschuss diesem Projekt in seiner letzten Sitzung eine Absage erteilt. Der Grund: es liegt außerhalb der Grenzen für Neubauten auf 120.000 Quadratmetern zwischen dem Ortsrand, Main-Donau-Kanal und Südwesttangente.

Ursprünglich sollten einmal 300.000 Quadratmeter zur Bebauung freigegeben werden. Doch dagegen ist eine Oberfürberger Bürgerinitiative Sturm gelaufen. Sie befürchtet eine Veränderung des Ortscharakters durch die Verdopplung der Bausubstanz und ein Verkehrschaos. Nach heftigen Diskussionen ruderte die Kommune zurück. Jetzt kämpft die Bauverwaltung allerdings an mehreren Fronten. Sie muss sich sowohl mit den Gegnern einer neuen Bebauung auseinandersetzen, als auch mit früheren Bauinteressenten. Teilweise sind auch bereits erschlossene Grundstücke betroffen.

Kein Anspruch

Baureferent Joachim Krauße rechnet mit mehreren Einwänden gegen die Zurücknahme der Bebauungsgrenzen. Wie die Stadt damit umgehen wird, ob sie Kompromisse eingeht, will er nicht vorhersagen. Fest stehe nur: „Ein rechtmäßiger Anspruch auf Bebauung besteht in keinem Fall.“

Bei der am Kirchenweg geplanten Bebauung waren 2001 schon die Bürger zur Stellungnahme aufgerufen. Der Bauträger verfolgte das Projekt dann jedoch nicht mehr weiter, weil kein Kanalanschluss vorhanden war und auch der Lärmschutz Probleme bereitete. Wie berichtet, ist zur Abschirmung des reduzierten Baugebiets gegen den Geräuschpegel der Autos nun eine bis zu 15 Meter hohe Lärmschutzwand entlang der Südwesttangente geplant.

Nachdem neue Planungen für die gesamte Fläche zwischen Stadtwald, Südwesttangente und Main-Donau-Kanal die Diskussion um eine Bebauung im Norden Oberfürbergs wieder anheizten, legte der Bauträger im Dezember letzten Jahres nun ein Erschließungsangebot für Kanal und Zufahrt vor und bat um einen Vorbescheid der Baugenehmigung. Die Stadt lehnte freilich ab, weil das Vorhaben ihrer Ansicht nach der beschlossenen Verkleinerung des Baugebiets Oberfürberg Nord entgegensteht. Beanstandet wird zudem, dass das Angebot des Bauträgers keine Angaben über die verkehrsmäßige Erschließung über den Kirchenweg enthalte und auch die Erschließung mit Strom, Gas, Wasser und Telekommunikation ungelöst sei.

Im Frühjahr plant die Stadt eine Diskussionsrunde mit Bürgern und Bauinteressenten zu den geänderten Rahmenbedingungen. Die Bürgerinitiative „Rettet Fürberg“ sieht der Entwicklung am Ortsrand auch in reduzierter Form kritisch entgegen. „Wir müssen höllisch auf der Hut sein, dass die Vorgaben auch eingehalten werden“, sagt ihr Sprecher, Reinhard Hammerbacher. Ausnahmen dürften auf gar keinen Fall zugelassen werden.

  

Volker Dittmar

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