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Städtische Siedlungspläne lösen Befürchtungen aus

Nach Oberfürberg Nord gerät nun auch das Reichsbodenfeld in die Kritik — Stadt will Einwände berücksichtigen - 28.07.2011 22:00 Uhr

Bewohner der ehemaligen Offizierssiedlung in Dambach nehmen die Planung für das benachbarte Reichsbodenfeld bei einer Versammlung kritisch unter die Lupe.

Bewohner der ehemaligen Offizierssiedlung in Dambach nehmen die Planung für das benachbarte Reichsbodenfeld bei einer Versammlung kritisch unter die Lupe. © Krämer


Bei zwei Versammlungen der SPD und der Bürgerinitiative „Rettet Fürberg“ im Unterfürberger Gasthof Kirschbaum machte sich der Volkszorn Luft. Dann wurden die Einwände gegen den Bebauungsplan für das Reichsbodenfeld zum Abschluss der frühzeitigen Bürgerbeteiligung im Sitzungssaal des Technischen Rathauses erörtert. Stadtplanungsamtschef Dietmar Most versicherte auf Anfrage der Fürther Nachrichten: „Alle Einwände werden bei der weiteren Planung berücksichtigt.“

Während die Kommune im Interesse ihrer Wirtschaftskraft auf Zuwachs setzt, fürchten viele Menschen am Stadtrand um ihre Lebensqualität. Den Grüngürtel sehen die Bewohner der ehemaligen amerikanischen Offizierssiedlung in Dambach durch die Bebauung des Reichsbodenfeldes gefährdet. Wenn schon neue Wohnungen entstehen sollen, dann wenigstens in stark reduziertem Ausmaß. Statt der vorgesehenen 350 Wohneinheiten sollen es höchstens 180 werden.

Vorbild ist der Widerstand gegen das Projekt Oberfürberg Nord. Er hat die Stadt – wie berichtet – dazu bewogen das Bauvorhaben auf ein Drittel seiner ursprünglichen Größenordnung einzudampfen und nicht beanspruchte Flächen dem Landschaftsschutzgebiet zuzuschlagen. Auch wenn die Stadt beteuert, mit dem Ausweisen neuer Baugebiete nur der starten Nachfrage Rechnung zu tragen, bezweifelt Reinhard Hammerbacher, 2. Vorstand von „Rettet Fürberg“, die Notwendigkeit. Schließlich seien auch andernorts wie im Grundigpark, in der Heilstättenstraße und am Brünnleinsweg Planungen für Neubauten im Gange. Most jedoch winkt ab. Wann das Sportgelände an der Heilstättenstraße bebaut werden könne, sei noch ungewiss. Denn die Frage der Entwässerung müsse erst noch gelöst werden. Und am Brünnleinsweg sei bislang nur ein Gebäude geplant.

Mit Rücksicht auf eine Brutkolonie der geschützten Kiebitze wurde die Planung für das Nahversorgungszentrum auf dem Reichsbodenfeld gestoppt. Erst muss eine artenschutzrechtliche Prüfung durchgeführt werden. Most rechnet mit dem Ergebnis Ende September. Der Amtsleiter will dem nicht vorgreifen, geht jedoch davon aus, dass der Supermarkt bei entsprechenden Kompensationen realisiert werden kann.

Zulauf aus Dambach

Mit einer Plakataktion und Handzetteln ist „Rettet Fürberg“ in den Kampf gegen eine zu dichte Bebauung des Reichsbodenfeldes gezogen. Schließlich hat die Bürgerinitiative auch Zulauf aus Dambach bekommen und sich inzwischen mit der „Initiative Westvorstadt“ zusammengeschlossen.

Neben dem Verlust von Grün vor der Haustür ist es vor allem die Zunahme des Verkehrs nach einer Bebauung, die den Anwohnern Sorgen bereitet. Die Kapazitäten der vorhandenen Straßen reichen ihrer Ansicht nach nicht aus, um die Blechlawine in den Stoßzeiten aufzufangen. Staus seien die Folge.

Die Nagelprobe steht den Oberfürbergern nächstes Jahr ins Haus. Dann soll nämlich die Stauffenbergbrücke zur Sanierung gesperrt und der Verkehr großräumig umgeleitet werden.

  

Volker Dittmar

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