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Die Lumberjack Bigband unter ihrem Bandleader Alexander Eissele zeigte sich aber ziemlich schnell beeindruckt vom Fürther Publikum, das stehend, pfeifend und im Rhythmus mitklatschend zeitweise beinahe Rock-konzert-Atmosphäre erzeugte. Kein Wunder eigentlich, konnte doch schon die Band alleine mit beschwingtem, seelenvollem und lebhaftem Sound punkten, bevor die beiden Stars des Abends noch auf die Bühne gekommen waren.
Der in Kalifornien geborene Ron Williams, der schon auf der Bühne Ray Charles gespielt und gesungen hat, reißt mit seiner kernigen, schwarzen Stimme mit, die Songs der Soul-Legende zum Besten gibt wie „Let the good times roll“, beinahe ein ermutigender Kommentar in als krisenhaft empfundenen Zeiten. Zelebriert wird auch bei der gutgelaunten Moderation mit einem gewissen Superlativismus, bei dem Komplimente und Elogen fallen wie Späne – und doch wirkt die Übertreibung von Williams und Eissele noch am ehesten wie ein anerkannter Teil eines Spiels als wie die üblichen Lobhudeleien unter Künstlern, die miteinander arbeiten.
Mit Julia Neigel hat der Abend dann eine zweite große Stimme und ein zweites Gesicht, die mit Williams im Kontrast stehen, was in den gemeinsamen Liedern spannende Intensität erzeugt. Ob Neigel nun wirklich „die beste Sängerin des Landes“ ist, spielt letztlich gar keine Rolle, da sie mit einer ganz eigenen Ausstrahlung – attraktiv ohne billigen Sexappeal, ebenso emotional wie verschmitzt und vor allem mit viel Lust am Singen statt an der Selbstdarstellung — begeistert.
Intim und doch kernig, durch ein gefühlsintensives Saxofonsolo (Axel Schmidt) unterstrichen im Zweigesang mit Williams. Anrührend die Interpretation von Aretha Franklins „A natural woman“, wo ihre Stimme Tiefe und Resonanz zeigt, ein Song, der die Traurigkeit der Einsamkeit aufnimmt, aber aus der Perspektive der Überwinderin, die zuletzt über alle Widrigkeiten triumphiert.
Das Zusammenspiel der engagierten Bandmitglieder, die sich zurückhalten, wo der Fokus auf den Sängern liegt, aber immer wieder in Improvisationen glänzen mit dem extrovertierten Glamour Neigels, dem knorrigen Charme Williams’, der sich wie ein Urgestein schwarzer Soulmusik inszeniert, und Alexander Eisselers, der sich nicht zu schade ist, auf Zuruf den Twist zu tanzen und sich auf der Bühne auch mal zum Affen zu machen, lässt das Fürther Publikum alle Zurückhaltung vergessen und im Stehen mitzufeiern und zu klatschen.



