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Stark bis ans Herz

Die Kulturförderpreise 2014 gehen an Kathrin Hausel und Sigrun Arenz - 24.07.2014 11:00 Uhr

Kathrin Hausel im Frühjahr 2013 im Stadttheater vor dm Gemälde „Da Boas“ (gemeint ist „Star Wars“ im Kindergartendeutsch) , das typisch ist für ihre Kunst: Kindlichkeit ohne putzige Posen, kippende Situationen, Vergänglichkeit. © Anestis Aslanidis


Schneidige Literatin: Schriftstellerin Sigrun Arenz ist bevorzugt im Krimigenre unterwegs. © ars vivendi


Einstimmig folgten gestern die Mitglieder des Stadtrates den Empfehlungen des Kulturpreis-Kuratoriums. Das Gremium musste heuer, wie berichtet, in Sachen Kulturförderpreise ein weiteres Mal zusammenkommen, da das Ergebnis der ersten Sitzung im Mai zu juristischen Anfechtungen hätte führen können. Daraufhin hatte die städtische Kulturreferentin Elisabeth Reichert das Kuratorium Ende Juni erneut berufen.

Geblieben ist die Aufsplittung der Preise in den „großen“ Kulturpreis (6000 Euro), zwei Kulturförderpreise und einen Sonderpreis (3000 Euro).

Nach der Auszeichnung Oehlerts kommt die Sparte Bildende Kunst ein weiteres Mal zu Ehren in Person von Kathrin Hausel. Die Künstlerin, Jahrgang 1979, konnte ihr malerisches Können einem größeren Publikum im Vorjahr im Stadttheater vorstellen. Eine unverwechselbare Handschrift ist ihren unsentimental-drastischen, doch nicht unterkühlten Gemälden von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zueigen.

„Es ist offensichtlich, dass sie sich wirklich auseinandersetzt mit den Tendenzen der Gegenwartsmalerei“, heißt es in der Vorschlagsliste für die Kulturpreise 2014. Die Fürtherin studierte an der Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn. Ihr staatliches Malerei-Diplom machte sie 2003, seit Januar 2012 unterrichtet sie an der Freien Waldorfschule in Wendelstein.

Ihr Atelier hat Hausel im Kulturort Badstraße 8, wo bis vor wenigen Tagen die Ausstellung „bad“ unter anderem mit ihren Werken zu sehen war. Zudem ist sie 2. Vorstand des Kulturort-Vereins. Fürther Kunstfreunde, die sich mit Hausels Kunst Aug’ in Auge befassen möchten, müssen ein wenig warten: Ab 18. Januar 2015 zeigt Hausel Arbeiten in der kunst galerie fürth, „Das Wort wird Bild“ ist der Titel der Gemeinschaftsausstellung, die die Frage erörtert, ob Bilder überhaupt noch einen Beitrag liefern können zur Auseinandersetzung mit der Bibel und mit der Reformation.

Die schreibende Zunft vertritt Kulturförderpreisträgerin Sigrun Arenz. 1978 in Nürnberg geboren, veröffentlicht die Schwester von Schriftsteller Ewald Arenz und Schauspieler Helwig Arenz seit zehn Jahren Kriminalromane sowie Beiträge für Anthologien — im Hardcover bei ars vivendi, im Taschenbuch bei Goldmann.

„Sie gehört nicht zu den lauten Stimmen der Fürther Kulturszene, aber zu den dauerhaft vernehmlichen“, heißt es in der Begründung, die die kontinuierliche schriftstellerische Arbeit der Geehrten hervorhebt.

Arenz, die auch freie Mitarbeiterin im Kulturressort der Fürther Nachrichten ist, studierte Germanistik, Theologie und Anglistik in Erlangen und im schottischen St. Andrews. Nach neun Jahren als Deutsch- und Religionslehrerin am Schwabacher Adam-Kraft-Gymnasium ging sie 2013 als Pädagogin an jene Schule zurück, wo sie auch ihr Abitur machte: ans Fürther Heinrich-SchliemannGymnasium. Ihre Erfahrungen mit dem bayerischen Bildungssystem hat Sigrun Arenz, die in Schwabach lebt, in künstlerischer Freiheit in ihrem 2012 erschienenen Kriminalroman „Nicht vom Brot allein" verarbeitet. Im Fränkischen Seenland angesiedelt ist wiederum ihre Krimireihe um das ungleiche Ermittlerduo Sailer und Schatz mit den Bänden „Das ist mein Blut“ und „Kühl bis ans Herz“.

Ihre Kulturpreise verleiht die Stadt Fürth gemäß den im Jahr 2011 modifizierten Richtlinien im Zwei-Jahres-Turnus. Preisverleihung ist heuer am 16. November im Kulturforum, Beginn ist um 18 Uhr, der Eintritt frei, Musik macht unter anderem die Fürther Singer-Songwriterin Lena Dobler. 

MATTHIAS BOLL

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