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Steins Rektorin Gabriele Klenk gilt als Expertin für Kombi-Klassen. In Roßtal begründete sie die jahrgangsübergreifenden Klassen mit, dort gibt es den gemeinsamen Unterricht von Erst- und Zweitklässlern bereits seit elf Jahren. Nach ihrem Wechsel nach Stein führte Klenk das besondere Angebot auch an der Schule am Neuwerker Weg ein.
Ab September soll es dort vier solche Klassen geben, bislang sind es zwei. Worauf sie größten Wert legt, ist die freiwillige Beteiligung der Lehrkräfte am Versuch. Und auch Eltern sollen selbst entscheiden, ob sie für Sohn oder Tochter eine solche Klasse wählen. Übrigens sind Steiner nicht an Schulsprengel gebunden, so dass auch Eltern aus anderen Stadtviertel ihr Kind in die Schule am Neuwerker Weg schicken können, wenn sie sich für die Kombi-Klassen entscheiden.
Der Schulversuch, erläutert Klenk im Stadtrat, bringe darüber hinaus einige Vorzüge. Die Schülerzahl ist auf 25 Kinder beschränkt (in anderen Klassen sind es maximal 28). Zwischen Eltern und Schule wird eine sogenannte Erziehungspartnerschaft begründet. Das bedeutet, Gesprächen mit Eltern wird ein größerer Stellenwert eingeräumt, beispielsweise kann das Zwischenzeugnis durch ein Gespräch ersetzt werden. Rektorin Klenk hält das insbesondere dann für wichtig, wenn Eltern mangels Sprachkenntnissen ein Zeugnis nicht richtig interpretieren können.
Einen kleinen Bonus gibt es noch obendrauf: Schulen, die beim Versuch dabei sind, bekommen pro Schuljahr 1000 Euro.
Kinder, die eine jahrgangsübergreifende Klasse besuchen, können dort je nach Lerntempo zwischen einem und drei Jahren bleiben. Sollten sie drei Jahren bleiben, dann gilt die „Verlängerung“ nicht als das Wiederholen einer Klassen.
Aus formalen Gründen muss der Beteiligung am Versuch auch der Stadtrat zustimmen. In Stein sagten die Räte einstimmig Ja zu dem Vorhaben der örtlichen Grundschule.



