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Steuern sprudeln im Landkreis Fürth

Erster Blick auf die Finanzen des Kreises im Jahr 2018 - 15.12.2017 16:00 Uhr

Der Ausbau der Kreisstraße FÜ 22, die von Anwanden über Weitersdorf nach Roßtal führt, gehört zu den teuren Projekten, die der Landkreis 2018 plant. © Archivfoto: Joachim Sobzcyk


Die Steuerkraft der kreisangehörigen Gemeinden wächst auch in diesem Jahr und überspringt erstmals die Marke von 100 Millionen Euro. Summiert sind darin beispielsweise der Anteil an der Einkommensteuer oder der Gewerbesteuer. Ein Plus können die Landkreis-Kommunen bei allen Steuerarten verzeichnen. Der größte Posten ist die Einkommensteuerbeteiligung mit über 62 Millionen Euro.

Während manche Haushaltsdaten schon gewiss sind, fehlen andere noch: Wie viel wird der Freistaat an sogenannten Schlüsselzuweisungen überweisen? Und vor allem: Wie hoch wird die Bezirksumlage ausfallen?

Denn die Landkreise müssen einen Teil ihres Geldes an den Bezirk Mittelfranken für dessen Aufgaben weiterreichen. Die Entscheidung über die Bezirksumlage soll heute fallen. Bis zuletzt hatte Ansbach noch eine Deckungslücke im Haushalt, die es möglicherweise mit einer Erhöhung von etwas über einem Prozentpunkt ausgleichen möchte. Landrat Matthias Dießl erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass der Bezirk Mittelfranken der mit der höchsten Umlage in ganz Bayern sei.

Wenn der Landkreis seine Pläne realisieren kann, dann wird er 2018 den größten Posten für Soziales und Jugend ausgeben, nämlich über 36 Millionen Euro. Die eigenen Schulen lässt sich der Landkreis fast acht Millionen Euro kosten. Teuer wird in diesem Jahr die Anschaffung von interaktiven Tafelanlagen, mit denen beispielsweise Filmbeiträge eingespielt werden können oder der direkte Zugang zum Internet möglich ist. Sie kosten für die Gymnasien Oberasbach und Langenzenn, die Realschule Zirndorf und die Landwirtschaftsschule zusammen eine Million Euro.

Auch der Öffentliche Nahverkehr ist und bleibt ein Zuschussgeschäft: 4,42 Millionen Euro Ausgaben stehen 1,43 Millionen Euro Einnahmen gegenüber.

Für den Hochbau sind fast 21,3 Millionen Euro vorgesehen. Einer der größten Posten ist die Generalsanierung des Gymnasiums Stein, für die 2018 fünf Millionen Euro eingeplant sind. Insgesamt kostet die Baumaßnahme auf mehrere Jahre verteilt 18,4 Millionen Euro.

Im Straßenbau kommt die Erneuerung der Bahnunterführung bei Weitersdorf an der Kreisstraße FÜ 22 am teuersten: 1,37 Millionen Euro sind dafür vorgesehen.

Schulden musste der Landkreis schon heuer keine neuen machen. Landrat Dießl hofft, dass sich das 2018 fortsetzt. Mit 4,4 Millionen Euro Miesen gehört der Landkreis Fürth zu den Kreisen mit dem niedrigsten Schuldenstand in ganz Bayern. Bleibt am Schluss noch die spannendste Frage zum Haushalt: Wie hoch wird die Kreisumlage für die Städte und Gemeinden im Fürther Land ausfallen? Das beantwortet Kämmerer Kohler erst, wenn er den Entwurf 2018 vorlegt. Den einzigen Kommentar zu den Haushaltszahlen gab es im Kreistag von Harry Scheuenstuhl (SPD). "Die laufenden Kosten dürfen nicht überhand nehmen, insbesondere die Personalkosten", forderte er.  

BEATE DIETZ

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