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Stickoxide: Hohe Belastung in Fürth und Oberasbach

Messung der Deutschen Umwelthilfe ergab bedenkliche Konzentrationen - 26.03.2018 16:20 Uhr

Viele Diesel-Fahrzeuge blasen mehr giftige Stickoxide aus als andere Autos oder Lastwagen. © Hendrik Schmidt/Symbolbild (dpa)


Mit 40,7 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft lag der Wert in Oberasbach um 0,7 Mikrogramm über dem Grenzwert der Europäischen Union für Außenluft. In Nürnberg wurden an der Rothenburger Straße sogar 52,3 Mikrogramm gemessen. Spitzenreiter war eine Münchner Messstation mit 80 Mikrogramm. Mit 39,1 und 33,6 Mikrogramm rangieren die Messwerte in der Fürther Hochstraße und Schwabacher Straße auf Höhe der Schule immerhin noch an 45. und 72. Stelle der insgesamt 163 Messpunkte.

Die Beteiligung an der landesweiten, vierwöchigen Messaktion im Februar hatte der Bund Naturschutz (BN) initiiert. Ehrenamtliche Kräfte betreuten die von der Deutschen Umwelthilfe zur Verfügung gestellte Ausrüstung. Nach Vergleichen mit den höheren Jahresmittelwerten an Standorten amtlicher Messstationen geht der BN davon aus, dass seine Werte noch um zehn Prozent nach oben korrigiert werden müssen. Verantwortlich für die Abweichung werden die tiefen Temperaturen gemacht.

Damit lägen auch die Fürther Ergebnisse über dem europäischen Grenzwert. Um diese Annahme zu überprüfen, sollen zeitnah Nachmessungen durchgeführt werden. Der BN gibt zu bedenken, dass sich Kinder und andere empfindliche Menschen in den Straßen aufhalten könnten, wenn im Verkehr mit kurzzeitig noch weit höheren Spitzenwerten zu rechnen sei.

Deshalb halten die Umweltschützer zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung neben mittel- und langfristigen Maßnahmen auch kurzfristig wirksame Abhilfe für dringend erforderlich. Zum Vergleich: In Büros gilt auf europäischer Ebene im Jahresdurchschnitt ein NO2-Limit von 60 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und in der Produktion – etwa bei Schweißarbeiten – kurzzeitig sogar von 950 Mikrogramm.

Die Grünen beklagten schon Anfang Februar, vor Bekanntgabe der Messergebnisse, dass Fürth keine Fördermittel aus dem Mobilitätsfonds des Bundes zum Ausbau des Luftreinhalteplanes im Großraum erhält. Grund sei das Fehlen städtischer Messungen zur NO2-Belastung. Ein Antrag der Grünen auf Messungen wurde mit dem Verweis auf die fehlende rechtliche Verpflichtung abgelehnt. Mit Fördermitteln könnten alternative Verkehrskonzepte angeschoben werden. 

Volker Dittmar

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