Dienstag, 20.11.2018

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Stimmungszauber mit sechs Saiten

Sternstunde für Gitarrenfans in der Kofferfabrik - 20.08.2018 18:00 Uhr


Musik, die so recht zum lauen Sommerabend in der Kofferfabrik passte, servierte der kanadische Fingerstyle-Gitarrist Don Ross. © Foto: Romir


Es ist ein Mini-Jubiläum: Die Reihe "1001 Acustic Nights" feiert ihr einjähriges Bestehen, und hat sich dafür nach Thomas Leeb im vergangenen Jahr wieder einen prominenten Gast zugelegt: den Kanadier Don Ross. "Er ist einer der besten Akustik-Gitarristen der Welt – und es mir eine Ehre, für ihn die Eröffnung zu machen", betont Gitarrist James McKenzie. Dann stellt er das Mikro höher: "Denn Schotten sind prinzipiell größer als Kanadier!"

Das Geflachse passt zu der entspannten Stimmung, die hier herrscht. Die Freunde der Akustik-Gitarrenmusik bilden eine familiäre Gruppe, die auch vor dem Konzert schon zu einem Gitarrenworkshop mit Ross zusammenkam. Kinder sind dabei, hüpfen herum und lachen. "Nur mit Besteck klappern oder nackt tanzen sollt ihr nicht, da wir ein Video aufnehmen", sagt McKenzie schmunzelnd.

Druckvolle Songs

Seine Musik ist dann die perfekte Einstimmung. Dynamisch-druckvolle Songs mit ausdrucksstarkem Gesang. Nur die Hitze macht dem Instrument zu schaffen – nach jedem Song muss nachgestimmt werden.

Das geht Don Ross dann wenig später ähnlich – allerdings absolviert er selbst diese Pflichtübung so melodiös, das es eine Freude ist, ihm dabei zuzuhören. Überhaupt hat man das Gefühl, als hätte der Mann eine ganze Band in seinem Instrument versteckt. So geschickt verbindet er Melodien, Rhythmus und gezupfte Passagen zu einem harmonischen Ganzen.

Die Songs, die er spielt, sind dabei sehr unterschiedlich, mal blusiger, mal rockiger, mal balladesk. Immerhin decken sie den ganzen Zeitrahmen seiner Karriere ab: Vom aktuellen Album "A million brazillian civilians" zurück bis zu den Anfängen in den 80ern.

"Damals spielte ich in einer New Wave Band mit Police-Frisur", erzählt Ross in einwandfreiem Deutsch. "Wir nannten die Band ,Vatican Radio‘, um möglichst viele Leute zu provozieren". Davon ist er inzwischen weit entfernt. Seine Musik ist entspannend und lädt zum Träumen oder Mitgrooven ein. James McKenzie verbringt das Konzert seines Kollegen selbst mit Kindern tanzend in einer Ecke des Raumes.

Ebenfalls eine feine Sache: Wer nach dem Auftritt noch nicht genug von Ross hat, kann am Merchandise-Stand nicht nur die üblichen CDs erwerben, sondern auch einen USB-Stick, auf dem alle 195 Songs enthalten sind, die Don Ross im Laufe seiner 30-jährigen Karriere geschrieben hat – viele davon auch mit Tabulaturen zum Nachspielen.

Während Ross nun weiter in die Welt zieht, kann man McKenzie bereits demnächst in der Region wieder erleben: Am 9. November spielt er mit seiner Band live "Auf AEG" in Nürnberg. 

PETER ROMIR

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