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Stolperfrei über Prüfsteine

Fürther Institution: Das Alexander Friedrich Consort feierte Jubiläum in Auferstehung - 25.04.2012 11:30 Uhr

FÜRTH  - Mit Pauken und Trompeten, einer stattlichen Holz- und Blechbläserriege und einer Streichergruppe feierten das Fürther Alexander Friedrich Consort und die Chorgemeinschaft Alexander Friedrich 25-jähriges Jubiläum in der Auferstehungskirche.

Klassisch-romantisch unterwegs: Chor- und Orchesterchef Alexander Friedrich trimmte die Seinen zum 25-Jährigen auf Präzision.
Klassisch-romantisch unterwegs: Chor- und Orchesterchef Alexander Friedrich trimmte die Seinen zum 25-Jährigen auf Präzision.
Foto: Gerd Axmann
Klassisch-romantisch unterwegs: Chor- und Orchesterchef Alexander Friedrich trimmte die Seinen zum 25-Jährigen auf Präzision.
Klassisch-romantisch unterwegs: Chor- und Orchesterchef Alexander Friedrich trimmte die Seinen zum 25-Jährigen auf Präzision.
Foto: Gerd Axmann

Das Vierteljahrhundert war bereits im vergangenen Jahr „voll“, doch der Jubiläums-Konzerttermin musste seinerzeit verschoben werden. Rhythmische Präzision, präzise Intonation und homogenes Spiel bildeten nun in Auferstehung die Grundlage, auf der sich Chor und Solistenensemble wirkungsvoll entfalteten. Das Ergebnis war erfreulich — für das Ensemble, das sich größtenteils aus Laienmusikern formiert, wurde es sogar eine beeindruckende Darbietung, die das Publikum mit begeistertem Beifall honorierte.

Alexander Friedrich stellte an den Anfang des Konzerts drei Sätze aus der „Vesperae solennes de confessore“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Herausragend hier das bekannte „Laudate Dominum“, in dem Sopranistin Andrea Zeilinger mit glockenklarem Timbre und langem Atem die weiten Bögen des anspruchsvollen Werkes gestaltete. Dazu kam der Chor mit fein differenzierter Dynamik — eine überzeugende, stimmige Leistung.


Ein völlig neues Klangbild brachte dann das Hauptwerk des Abends, die im Jahr 1845 komponierte D-Dur-Messe von Otto Nicolai. Dort die klar strukturierte Musik der Wiener Klassik, hier Romantik pur mit deutlichen Anklängen an die Opernästhetik des 19. Jahrhunderts, wie sie der Komponist in seinen „Lustigen Weibern von Windsor“ verwirklicht hat.

Für den Chor war diese Messe ein gewaltiger Prüfstein, der tadellos gemeistert wurde. Zwar legte Chorleiter Friedrich durchaus auch Wert auf ausdrucksvollen Pianogesang und Nuancen; geprägt wurde die Wiedergabe dieser Messe aber von dem gewaltigen Klangspektrum, den dramatischen Gegensätzen zwischen „passus et sepultus est“ und „Et resurrexit“ und den Chorfugen, die jeweils in rasantem Tempo und in rhythmischer Präzision erklangen.

Wesentlichen Anteil am Nicolai-Erfolg hatte das Solistenquartett mit Andrea Zeilinger, die auch in diesem Werk dominierte, Johanna Sander mit ihrer tragfähigen, aparten Altstimme sowie den beiden opernhaft aufdrehenden Herren Woncheol Song und Dieter Hölzl. Ein schöner Ausklang war das „Agnus dei“, in dem die zunächst wehklagende Moll-Grundstimmung im „Dona nobis pacem“ von melodischen Durklängen abgelöst wird — eine musikalisch wie theologisch tiefsinnige Ausdeutung des Messtextes.

  

Günter Greb


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