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Dezembergrau umhüllt die Streuobstwiesen und Feldhecken der Tuchenbacher Flur. Eine zauberhafte Landschaft. Das dies so ist, liegt auch am Engagement von Gerda Schönleben.
Begonnen hat alles vor 20 Jahren. „Damals wurden Flächen für die Biotopvernetzung im Landkreis gesucht“, erinnert sich Gerda Schönleben. „Die Liebe zur Natur hatte ich schon immer. Die hat mich mein Vater gelehrt.“ Als viertes Kind auf dem kleinen Bauernhof an der Tuchenbacher Hauptstraße wuchs die heute 59-Jährige schon früh in die Arbeit einer Bäuerin hinein. Und ihr war von Anfang an klar: Sie würde den Hof einmal weiterführen.
Als sie knapp 20 war, starb der Vater. Zu dieser Zeit heiratete sie ihren Mann Johann. Er ist ebenfalls Landwirt und hat einen Hof in Emskirchen. Den Tuchenbacher Hof aufgeben und nach Emskirchen ziehen — niemals. Das ist bis heute so geblieben. Ihr Mann bewirtschaftet Emskirchen, sie blieb am Tuchenbacher Hof.
Als 1990 das Angebot kam, einen Teil ihrer Flächen der Landschaftspflege zur Verfügung zu stellen, geschah dies für sie zur rechten Zeit. „Ich habe damals meine Mutter gepflegt und wusste, es muss sich etwas ändern.“ 3,5 Hektar bringt sie in das Projekt ein. In Zusammenarbeit mit Dieter Speer vom Landschaftspflegeverband pflanzt sie über 1000 Meter Hecken und legt Streuobstwiesen an. Ein mühsames Unterfangen. „In den ersten Jahren musste ich die Pflanzen mühevoll päppeln.“ Wühlmäuse und die Trockenheit machen den Pflanzen zu schaffen.
Heute wachsen an den Streuobstbäumen selten gewordene Sorten mit klangvollen Namen wie „Madame Verde“, die Königin der Birnen, oder der selten gewordene „Rote Eiser“, eine fast vergessene Apfelsorte mit „einem unbeschreiblich genialen Geschmack“.
Auch die Tier- und Pflanzenwelt profitiert von den Naturschutzmaßnahmen. So nistet der selten gewordene Neuntöter in den Hecken. Fuchs, Feldhase und Rehe zeigen sich dort immer wieder. Und seit kurzem jagt ein Rotmilan über den Wiesen.
Dass diese Bemühungen jetzt ausgezeichnet wurden, hat Gerda Schönleben überrascht. „Ich hab nicht gedacht, dass ich mit meinem kleinen Betrieb dabei bin“, sagt sie.
Aus den Händen von Umweltminister Marcel Huber hat sie für ihr Engagement die Anerkennung erhalten und ist sichtlich stolz. „Das hier ist mein Beitrag zum Umweltschutz für die Nachwelt“, meint sie, deren Ehe kinderlos geblieben ist, nachdenklich. „Wenn ich nicht mehr bin, die Bäume von mir bleiben“ , fügt sie hinzu.




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