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Suche nach maßgeschneiderter Kinderbetreuung

Die Stadt will Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und hat die Bedürfnisse von Eltern erforscht - 02.07.2012 22:00 Uhr

Beim Auswerten der Fragebögen (von links): Jobcenterchef Günther Meth, Sozialreferentin Elisabeth Reichert und Jugendamtsvize Peter Modschiedler. © Mark Johnston


Die Stadt Fürth untersucht derzeit in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und dem Jobcenter Fürth Stadt, wo genau die Versorgungslücken sind. Zu diesem Zweck veranstalteten die Kooperationspartner nun eine Informationsbörse für alle Eltern, die wieder in den Beruf einsteigen wollen. Dazu hatte das Jobcenter Fürth Stadt 150 Alleinerziehende und Eltern von Kindern eingeladen, sich bei der Börse über individuelle Betreuungsmöglichkeiten zu informieren. Ein ganzes Netzwerk an Ansprechpartnern stand Rede und Antwort: Das Fürther Bündnis für Familie, Mütterzentrum, Jugendamt, Familienzentrum Stein und das Projekt Tandem beteiligten sich an der Beratung. Wie Peter Modschiedler, stellvertretender Leiter des Jugendamtes, betonte, gaben sie nicht nur verbindliche Aussagen, sondern „es wurden auch schon maßgeschneiderte Lösungen gestrickt“.

In einem detaillierten Fragebogen konnten die Interessierten angeben, wie ihr konkreter Bedarf an Betreuung von Krippen-, Kindergarten- und Schulkindern aussieht, welche Wochentage, Zeiten oder auch Ferien für diese Familien noch nicht abgedeckt sind. Im Lauf des Juli werden die Fragebögen ausgewertet und das Ergebnis bis zu den Sommerferien bekanntgegeben. Wenn sich herauskristallisiert, dass in bestimmten Stadtteilen der Bedarf nicht mit dem Angebot der Kitas übereinstimmt, wird über veränderte Öffnungszeiten nachgedacht. Stellt sich heraus, dass es nur punktuell Probleme gibt, versuchen die Netzwerkpartner gezielt Abhilfe, zum Beispiel durch den Einsatz von Tagesmüttern, zu schaffen.

Derzeit sind im Jobcenter Fürth Stadt 980 Alleinerziehende gemeldet, sagte Geschäftsführer Günther Meth anlässlich eines Pressegesprächs zur Informationsbörse. 932 dieser Empfänger von Arbeitslosengeld II sind Frauen. „Armut ist weiblich“, bekräftigte die Sozialreferentin der Stadt Fürth, Elisabeth Reichert. Sie sieht daher das Betreuungsangebot auch als wichtiges Mittel zur Armutsbekämpfung, „damit Frauen wieder Fuß fassen und ein eigenes Arbeitseinkommen erzielen können“.

Reichert und Meth waren sich auch einig, dass sich am Arbeitsmarkt nicht alles nur nach den Bedürfnissen der Wirtschaft, sondern auch nach denen der Familien und Kinder richten müsse. 

MARION REINHARDT

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