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Tabletten gegen Blödheit und Türen nach Thailand

Umfrage in der Fürther Uferstadt zum „Tag der Erfinder“: Was sollten umtriebige Forscher demnächst unbedingt austüfteln? - 10.11.2012 22:00 Uhr

Ekkachai Thawinan (rechts mit Stefan Liebenstein und Mehran Monavari) würde gern in Windeseile zwischen Thailand und Deutschland pendeln können. © Hans-Joachim Winckler


Wenn nicht hier, wo dann? Frische Erfindungen und Uferstadt, das passt doch perfekt zusammen. Thomas Haasmann grübelt nur einen Augenblick, dann hat der 24-Jährige eine Idee: „Ich könnte etwas für mein Fahrrad brauchen.“ Haasmann, der als User Account Administrator arbeitet („Im Betrieb ruft man zum Beispiel bei mir an, wenn man nicht mehr auf Verzeichnisse auf dem Computer zugreifen kann“) hat Klick-Pedale: „Aber leider gibt es dafür nur relativ hässliche Schuhe, ich habe noch nie welche entdeckt, die dann auch alltagstauglich wären. Da sollte sich mal einer dransetzen.“

Kabarettist Matthias Egersdörfer braucht nicht lange zu überlegen, um zu wissen, was der Menschheit noch fehlt. © Hans-Joachim Winckler


Carolin Distler, Fachinformatikerin, liegt etwas Wesentliches am Herzen: „Es wäre gut, wenn es etwas gäbe, das einen beim Fleischkauf darauf aufmerksam macht, achtsam und bewusst mit diesem Lebensmittel umzugehen.“ Die 27-Jährige sieht übermäßigen Fleischkonsum kritisch und plädiert dafür, zu bedenken, „dass Tiere eben keine Dinge sind, sondern Lebewesen wie wir“.

Übersetzungshilfe überfällig

Wünsche an findige Tüftler haben Carolin Distler und Thomas Haasmann. © Hans-Joachim Winckler


Christian (51) und Christine (42) Franke, beide arbeiten in der Elektronikindustrie, nutzen die Herbstmittagssonne für einen Spaziergang mit ihrem Mischlingsrüden Johnny Lee. Selbstverständlich sind die entsprechenden Utensilien dabei, falls Johnny Lee einem dringenden Bedürfnis nachkommen sollte, versichert Christian Franke und zieht einen Satz Plastiktütchen aus seiner Jackentasche: „Als Hundebesitzer gehst du natürlich nie ohne, aber da müsste dringend mal etwas richtig Praktisches erfunden werden.“ Ideal kann man die Tütenlösung nämlich beim besten Willen nicht nennen. Und weil er gerade dabei ist, hat Franke gleich noch eine Eingebung: „Überfällig wäre auch eine Übersetzungshilfe Hund–Mensch. Schließlich wolle man ja begreifen, was Johnny Lee einem zu verstehen geben will.

Roman Polster © Hans-Joachim Winckler


Die soeben vom Bundestag beschlossene Benzinpreiskontrolle und vor allem die Einstellung geänderter Preise ins Internet hält Roman Polster (50) grundsätzlich für eine gute Idee. Bloß: „Um das unterwegs anzuschauen, braucht man natürlich ein Smartphone. Das will ich aber nicht benutzen.“ Der Softwareentwickler, der gerade an einem Apotheken-Warehouse-System arbeitet, sagt: „Da werden zu viele Infos von mir gespeichert.“ Ein Grund übrigens, der ihn dazu bringt, bedachtsam mit Internet-Suchmaschinen umzugehen: „Ich lösche regelmäßig meine Cookies, damit keine ungewollten Spuren von meinen Anfragen zurückbleiben.“

Christine und Christian Franke © Winckler


Kabarettist Matthias Egersdörfer ist grundsätzlich mit der Erforschungen des Allzumenschlichen im Allgemeinen und des Fränkischen im Besonderen beschäftigt. Der 42-Jährige fordert mit Nachdruck eine schmerzlich vermisste Erfindung: „Was fehlt, sind Tabletten gegen Blödheit.“ Wer soll die bekommen? „Da wären zum Beispiel Fernsehleute, Politiker und Banker.“ Leider hat die Sache einen Haken: „Fragt sich natürlich, ob die freiwillig eingenommen würden?“ Egersdörfer scheint bereit zu sein, ein gutes Beispiel zu geben: „Gelegentlich würde ich selbst eine nehmen.“

Aus dem Iran kommt Mehran Monavari, der 27-Jährige ist Doktorand für Werkstoffwissenschaften und hat spontan eine Idee: „Im Online-Angebot der Fürther Nachrichten müsste eine Seite von Kindern gestaltet werden.“ Einen Tick schwieriger klingt, wovon Ekkachai Thawinan (31), Doktorand am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), träumt. „Ich wünsche mir eine Tür, die ich morgens in meiner Heimat Thailand öffnen kann, um dann sofort hier in Deutschland arbeiten zu können. Abends würde ich gerne auf dem gleichen Weg blitzschnell zurückkommen.“ Klingt wirklich sehr verlockend. Sollte sich in der Uferstadt mal einer dransetzen. 

VON SABINE REMPE

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