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Tag der offenen Gartentür: Naturreich in Ammerndorf

Familie Kirschbaum ernet Gemüse und Früchte ausschließlich in Hochbeeten - 23.06.2017 16:03 Uhr

Auch Familie Kirschbaum öffnet am Sonntag ihre Gartentür. © Sabine Rempe


Jeder Garten hat eine Geschichte. Georg Kirschbaum (60) erinnert sich: „Bei uns hat sich das alles stufenweise entwickelt.“ Zuerst waren da der Gemüsegarten der Mutter und eine Wiese mit Obstbäumen. In den 1960ern weidete dort das Vieh, später wurde Spargel angebaut und dann Christbäume gepflanzt. „Ein paar davon stehen noch heute“, sagt Heidi Kirschbaum (54) und zeigt auf hohe Tannen, die jetzt dazu beitragen, ihrem Naturgarten einen unverwechselbaren Charakter zu geben.
Gut 4500 Quadratmeter misst, was Heidi und Georg Kirschbaum gemeinsam geplant und angelegt haben: Ein Grünraum im Herzen von Ammerndorf, der immer wieder überrascht, weil er abwechslungsreich ist und mit Kreativität begeistert. Nur eine einzige Regel haben sie aufgestellt, doch die ist unumstößlich: „Wir gärtnern naturnah und entscheiden uns zum Beispiel stets für Pflanzen, die hier heimisch sind.“ Also auch kein Rasen, dessen Halmen eine exakte Länge verordnet wurde, sondern natürliche Fülle. „Bei uns dürfen auch Gänseblümchen blühen – und manchmal kommen die mit in den Salat.“
Viele Ideen wurden in den vergangenen 20 Jahren verwirklicht. Der Garten bietet Rückzugsmöglichkeiten, Treffpunkte, Ruheplätze. „Wir haben zum Beispiel überlegt, wo man besonders schön frühstücken kann“, erklärt Heidi Kirschbaum. Als die passende Stelle gefunden war, die die ersten Sonnenstrahlen einfängt, ging es an die Gestaltung. Hecken spielen dabei eine entscheidende Rolle als Blickfang und Raumteiler.

Raum für Insekten

Stilvolle Trockenmauern greifen auch den ökologischen Gedanken auf: „Wir haben die selbst gebaut mit Findlingen vom Acker, die Fugen sind nicht mit Mörtel verfüllt, so finden viele nützliche Insekten Unterschlupf.“ Bei Kirschbaums bekommt vieles eine zweite Chance und entfaltet plötzlich ganz neue Seiten. Ein geschmiedetes Tor etwa, das auf dem Müll gelandet wäre, kommt nun als dekoratives Element zur Geltung.
Anregungen finden die beiden oft in Büchern: „Da blättern wir dann im Winter drin und planen.“ Sobald die Witterung es erlaubt, wird umgesetzt, was in Gedanken gediehen ist. Ein Schmuckzaun aus Altholz, zum Beispiel: „So entsteht dann wieder ein neuer Lebensraum“, macht Georg Kirschbaum klar. Sichtbare und unsichtbare Mitbewohner wissen das zu schätzen: „Die Eichhörnchen flitzen überall und abends laufen die Igel unter unseren Stühlen hindurch.“
So kommen alle zu ihrem Recht, selbstverständlich auch die Familie, die sich auch an der stimmungsvollen Feuerstelle treffen kann oder auf der Freifläche, wo sich perfekt Federspielen spielen oder kicken lässt. Es gibt einen Pool für heiße Sommertage und einen Nutzgarten. Hier gedeiht Feines, das direkt auf den Tisch kommt: Kohlrabi, gelbe Rüben, Kräuter, Zucchini, Himbeeren. Das Beste: Alles wächst in Hochbeeten, die mühsames Bücken überflüssig machen. „Wir haben immer versucht, unseren Garten möglichst pflegeleicht zu machen.“ Ein Vorsatz, der wohlüberlegt umgesetzt wurde. Trotzdem ist Heidi Kirschbaum in der warmen Jahreszeit freilich Tag für Tag im Garten beschäftigt.
Es gibt immer etwas zu tun und – viele Pläne. Da ist etwa dieser wunderbare große Findling, für den es längst genaue Vorstellungen gibt, wie er einmal aufgestellt werden soll: „Der Garten ist halt noch nicht ganz fertig“, sagen beide und lachen.
Trotzdem hat sich die Familie entschieden, am Sonntag die Pforte für alle zu öffnen. „Seit Jahren besuchen wir selbst an diesem Tag andere Gärten, deshalb haben wir gedacht, dieses Jahr bieten wir diese Möglichkeit.“
 
Beim Ernten müssen sich die Kirschbaums nicht bücken: Gemüse und Früchte wachsen allesamt in Hochbeeten. Foto: Rempe
Foto: Rempe

  

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