Herr Fünfstück, Ihr Fußballlehrer-Lehrgang war mit Christian Ziege, Markus Babbel oder Arie van Lent prominent besetzt. Wie war die Atmosphäre in dem Kurs?
Fünfstück: Außergewöhnlich gut. Wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht, in den Arbeitsgruppen hatten wir immer ordentlich zu tun.
Wie sieht ein typischer Lehrgangstag aus?
Fünfstück: Morgens um acht beginnt er mit Theorie in verschiedenen Fächern wie Fußballlehre, Psychologie, Sportmedizin, Ernährungswissenschaften. Dazu kommen Praxiseinheiten auf dem Platz oder auch Lehrproben mit Mannschaften.
In Fürth, wo Sie während des Lehrgangs parallel weiterarbeiteten, sind Sie unter anderem als Trainer der C-Junioren in der Regionalliga tätig. Geht auch im Nachwuchsbereich der Trend zum hauptamtlichen Trainer?
Fünfstück: Professionelles Arbeiten bedeutet nicht immer gleich, dass jemand hauptamtlich tätig sein muss. Wir müssen einfach unheimlich fleißig sein, mehr tun als andere, um die nötige Qualität zu erreichen. Wir haben alle Jahrgangsstufen mit zwei lizenzierten Trainern besetzt und für alle übergreifend einen Koordinationstrainer, einen Torwarttrainer und einen Techniktrainer.
Welche fußballerischen Aspekte stehen bei den Zehn- bis 16-Jährigen, deren Ausbildung Sie koordinieren, im Vordergrund?
Fünfstück: Das Ziel in allen Jahrgangsstufen ist die Vermittlung der technischen und taktischen Basisfähigkeiten. Der Umgang mit dem Ball, die Freude an der Bewegung. Dennoch darf man auch hier das Ziel des Spieles nicht aus den Augen verlieren, das da heißt: Tore schießen und Tore verhindern. Die Kleinen müssen auch lernen, wie man einen Zweikampf gewinnt. Mit dem Übergang aufs Großfeld kommen dann automatisch gruppen- und mannschaftstaktische Aspekte.
Lässt sich eigentlich schon früh erkennen, ob ein Spieler später das Zeug zum Profi hat?
Fünfstück: In erster Linie geht es darum zu sehen, was ein Spieler mit dem Ball macht, wie er dribbelt, wie er schießt. Da Talentprognosen zu stellen, ist extrem schwierig.
Aber aufgrund des hohen Andrangs auf die freien Plätze gibt es doch Auswahlkriterien, die Sie an die Spieler anlegen?
Fünfstück: Dazu zählen Bewegungsfreude oder motorische Fähigkeiten. Der zweite Aspekt ist, was der Spieler schon am Ball kann, beispielsweise Finten oder Dribblings. Der dritte Aspekt, für mich extrem wichtig, ist die Teamfähigkeit.
Ist das vom Verein durchgeführte „Eddys Fußballcamp“ auch eine Art Talentsichtung?
Fünfstück: Jein. Es geht mehr darum, Kindern ein schönes Ferienerlebnis zu vermitteln und ihnen ein richtig gutes Training unter fachkundiger Anleitung zu bieten. Es ist schön, wenn Kinder, die noch nicht Fußball gespielt haben, danach sagen, dass Fußball toll ist. Ob die dann bei uns oder woanders spielen, ist sekundär, wobei natürlich jedes Jahr auch eine Anzahl von Spielern bei uns hängenbleibt.
Aber der Verein wird doch darauf schauen, dass ihm gute Talente nicht durch die Lappen gehen...
Fünfstück: Natürlich. Wir laden die Talentiertesten auch zum Training ein. Aber in erster Linie wollen wir uns als Profi-Verein an die Basis wenden. Darüber hinaus gibt es noch den Talentsichtungstag für die U10 bis zur U13, an dem es rein um das Vorspielen geht.
Wie ist die Zusammenarbeit mit den Partnervereinen im Jugendbereich?
Fünfstück: Mit den Partnervereinen machen wir regelmäßig Trainerfortbildungen, die letzte in Rednitzhembach mit Mike Büskens. Wir sind da Dienstleister. Trainer aus den Vereinen können auch bei uns hospitieren. Das Ziel ist einfach eine Bindung der Vereine an die Spielvereinigung.
Der Breitensport-Abteilungsleiter der SpVgg, Francesco Puccia, sagte unlängst im FN-Interview unter anderem, der Verein solle sich doch auch mal beim eigenen Breitensport nach Talenten umsehen, nicht nur woanders. Es gebe überhaupt keinen Kontakt zwischen dem Breitensport und dem NLZ der SpVgg. Was sagen Sie dazu?
Fünfstück: Es steht mir nicht zu, mich dazu zu äußern.
Die Kritik betrifft aber schon auch Ihren Bereich.
Fünfstück: Zu dem speziellen Konstrukt mit Breiten- und Leistungssport in unserem Verein möchte ich mich nicht äußern. Fakt ist aber: Wenn wir gute Spieler sehen, dann ist uns egal, von welchem Verein sie kommen. Sie können sicher sein, dass unsere Trainer jedes Wochenende auf vielen Plätzen unterwegs sind, auch dort, wo Teams der Breitensport-Abteilung der SpVgg spielen.




Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.