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Tickets für Bus und Bahn werden in Fürth drastisch teurer

Zweite Stufe der Fahrpreiserhöhung tritt zum Jahreswechsel in Kraft - 23.10.2014 06:00 Uhr

Wer den ÖPNV in Fürth nutzt — hier der U-Bahnhalt Rathaus —, muss ab Januar tiefer in die Tasche greifen. Der Preis für eine 31-Tages-MobiCard wird um fast 25 Prozent in die Höhe schießen, der Preis für die Einzelfahrkarte steigt um 15 Prozent. © Foto: Hans-Joachim Winckler


MobiCard heißt das flexible und im Großraum sehr beliebte Ticket, das dem Käufer erlaubt, zum Beispiel einen Monat lang Busse und Bahnen zu nutzen und dabei einen weiteren Erwachsenen oder auch vier Kinder mitzunehmen. Da die MobiCard weder durch den eigenen Namen noch durch ein Lichtbild personalisiert wird, kann man sie sogar verleihen.

Fürs Stadtgebiet Fürth war die MobiCard im Jahr 2011 für 39,90 Euro im Monat zu haben. 2015 wird dasselbe Ticket 66,50 Euro kosten. Mit der jährlichen Fahrpreiserhöhung um rund drei Prozent, die steigende Kosten fürs Personal und Energie ausgleichen soll, lässt sich dieser Sprung natürlich nicht erklären.

Rückblick: Auf Drängen der chronisch defizitären Verkehrssparte der infra – Jahr für Jahr laufen Verluste in zweistelliger Millionenhöhe auf – beschloss der Stadtrat vor vier Jahren, den für ganz Fürth geltenden Kurzstreckentarif K abzuschaffen. Über zwei Jahrzehnte hatte es dieser spezielle Tarif, für den die infra jedes Jahr eine Ausgleichszahlung in Höhe von 500 000 Euro an den VGN überweisen musste, ermöglicht, innerhalb der Kleeblattstadt besonders günstig unterwegs zu sein. Damit wollte die Stadt Autofahrer dazu bewegen, umzusteigen, und nebenbei dafür sorgen, dass die Fürther ihre Erledigungen weiterhin in Fürth machten.

Vor einigen Jahren hieß es dann, der Tarif K sei für die infra wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Parallel dazu verglich die infra ihre Fahrpreise mit denen in ähnlichen Kommunen: Offenbach zum Beispiel, das fast so nahe am größeren Frankfurt liegt wie Fürth an Nürnberg. Weil die Fürther Fahrpreise im Vergleich angeblich am untersten Ende der Skala lagen, beschloss die infra, preislich ins Mittelfeld vorzustoßen.

Die Erhöhung sollte in zwei Stufen kommen: Die erste trat 2012 in Kraft, die zweite folgt zum Jahreswechsel. Grüne, Linke, Freie Wähler und ein Bündnis unter anderem aus BN, Sozialforum, VdK sowie Behinderten- und Seniorenrat bekämpfen diesen Preissprung nach wie vor. Der Stadtrat hat allerdings mit den Stimmen von SPD und CSU längst grünes Licht gegeben. Denn: Weil die infra das Defizit ihrer Verkehrssparte mit den Erträgen aus dem Strom- und Gasgeschäft ausgleichen muss, bleibt immer weniger Gewinn übrig, der zum Jahresende an das Mutterschiff – die Stadt Fürth – überwiesen werden kann. Geld, das die Kommune dringend benötigt.

Zum Jahreswechsel stehen den Pendlern daher Erhöhungen um über 20 Prozent ins Haus. Gleichzeitig wird der in Fürth seit 2012 vorübergehend geltende Zwischentarif Z (Stadtgebiet) durch die neue Tarifstufe B ersetzt. Die ebenfalls 2012 eingeführte Preisstufe K (für kürzere Fahrten innerhalb der Stadt) bleibt erhalten. Damit kann der Fahrgast für 1,80 Euro den übernächsten Tarifpunkt ansteuern – zum Beispiel einmal quer durch Burgfarrnbach fahren. Dahinter steht der Gedanke, dass die Bürger möglichst günstig das nächste Nahversorgungszentrum ansteuern können.

Für eine längere Fahrt innerhalb Fürths werden ab Januar 2,30 Euro fällig. Das Ticket nach Nürnberg kostet damit noch 30 Cent mehr.

Tarife in Fürth ab 2015:

*Einzelfahrkarte: 2,30 Euro (bisher 2 Euro)

*Streifenkarte – nur noch 4 statt 5 Fahrten: 8,60 Euro (bisher 7,80 Euro)

*Tagesticket Solo: 4,80 Euro (bisher 4,30 Euro)

*Tagesticket Plus: 7,90 Euro (bisher 7,60 Euro)

*31-Tages-MobiCard: 66,50 Euro (bisher 53,30 Euro)

*Jahresabo: 45,20 Euro im Monat (bisher 36,20 Euro) 

Johannes Alles

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