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Dienstag, 19.06.2018

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Trabant-Szene Fürth traf sich in Obermichelbach

Geliebte Rennpappe für Ostalgiker - 12.06.2018 21:00 Uhr

Ob in klassischem Gletscherblau oder Limonengrün — der Trabi wird immer beliebter. Kein Wunder, dass das alljährliche Treffen in Obermichelbach immer mehr Besucher anlockt. © Thomas Scherer


Immer beliebter werden die knuffigen Fahrzeuge mit ihrem unverwechselbaren Zweitaktmotorengeräusch und der kantigen Form. Das kann auch Katrin Fischer bestätigen. Die gebürtige Freibergerin fährt selbst einen Trabant und erinnert sich noch gut an das zuverlässige Gefährt ihrer Eltern, das ebenfalls aus dem VEB Sachsenring Zwickau stammte. "Unserer war in Gletscherblau", berichtet die Sächsin, die für das Treffen auf dem Parkplatz des Rewe-Marktes in Obermichelbach extra rund 200 Liter Soljanka gekocht hat. "Egal, wie das Wetter wird, unsere Suppe nach Originalrezept geht immer". Ihr Mann grillt unterdessen fleißig Thüringer Bratwürste, die der Zusammenschluss, Verein will man keiner sein, extra aus dem benachbarten Bundesland beschafft hat.

Zur stilechten Verpflegung lässt es sich trefflich fachsimpeln und über so manches Abenteuer mit dem schier unverwüstlichen Trabant plaudern. Etwa über die Fahrt von Dresden bis ans Schwarze Meer, die Anfang der achtziger Jahre von einem Teilnehmer unternommen wurde. Der Papierkrieg war mörderisch, der kleine 600-ccm-Motor überstand die Strecke dagegen völlig unbeschadet.

Über Urlaubsfahrten, dann aber auf zwei Rädern, kann auch ein drahtiger Mitfünfziger berichten. Bei ihm ging es von Erfurt bis an die polnische Ostsee. Damals mit dem Motorrad des Traditionsherstellers MZ aus dem sächsischen Zschopau.

Ein paar Stände weiter hat Ronny aus Freiberg weit mehr als 100 Exponate aus der einstigen DDR auf zwei Tapeziertischen arrangiert. Fast jeder Besucher, der hier vorbeikommt, weiß eine Geschichte zum Mixer, der Zeltheizung oder dem Wehrdienstausweis zu erzählen.

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Trabanten und Wartburgs wohin das Auge reicht: Beim 15. Trabant- und Ostfahrzeugtreffen in Obermichelbach kamen Fans der kleinen DDR-Flitzer auf ihre Kosten. Fachsimpeln konnten die Besucher außerdem in einer DDR-Museumsecke.


Für Dieter Drechsler war kein Weg zu weit, um endlich in den Besitz eines Trabants zu kommen. "Nach langem Suchen hat mich ein Freund auf ein Exemplar des 601s in Ungarn hingewiesen", erzählt der Heidecker. Inzwischen ist die "Rennpappe", wie der "Trabi" auch liebevoll genannt wird, bereits mehrfach ohne Beanstandungen durch den hiesigen Tüv gekommen und macht seinem Besitzer bei jeder Ausfahrt Freude. Diese veranstalten die Mitstreiter der "Trabant-Szene-Fürth" traditionell am 1. Mai und am 3. Oktober.

  

Thomas Scherer

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