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Umwege für viele Tausend Menschen

Sanierung der Stauffenberg-Brücke erfordert großes Umleitungsmanöver - 14.01.2012 10:00 Uhr

„In noch schlechterer Verfassung als gedacht“: Die Graf-Stauffenberg-Brücke, hier von unten, soll ab dem Sommer saniert werden. Das bedeutet hohe Kosten und lange Umwege für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer.

„In noch schlechterer Verfassung als gedacht“: Die Graf-Stauffenberg-Brücke, hier von unten, soll ab dem Sommer saniert werden. Das bedeutet hohe Kosten und lange Umwege für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer. © Anestis Aslanidis


Die Stauffenberg-Brücke, die die jenseits des Main-Donau-Kanals gelegenen Gebiete Oberfürberg und Heilstättensiedlung mit dem Rest der Stadt verbindet, stand jüngst im Bauausschuss gleich zweimal auf der Tagesordnung. Einmal ging es um den Verkehr, das andre Mal um die Kosten. Die Sanierung wird nach den konkreten Berechnungen teurer als zunächst geschätzt. Statt 5,5 Millionen Euro soll sie knapp 6,5 Millionen Euro kosten. Mit eingerechnet: Ein Betrag von 680.000 Euro, den die städtische Tochter infra für den Einsatz zusätzlicher Busse während des Umbaus fordert.

Tiefbauamtschef Hans Pösl führt die Kostensteigerung im Wesentlichen darauf zurück, dass die Stahlarmierung der Betonbrücke, die Anfang der 1970er Jahre gebaut wurde, „in noch schlechterer Verfassung ist als gedacht“. Das haben spezielle Messungen ergeben. Das tatsächliche Ausmaß der Schäden dürfte sich, wie bei solchen Instandsetzungsmaßnahmen üblich, erst bei laufender Arbeit zeigen. Nachdem der Ausschuss das Sanierungsprojekt unter den geänderten Vorzeichen einstimmig durchgewinkt hat, befasst sich am 25. Januar der Stadtrat damit.

Sperrung ab Juni

Wenn die Stauffenberg-Brücke, eine von Fürths Hauptverkehrsadern, ab Juni erneuert und gesperrt wird, bringt das nach den Worten von Oberbürgermeister Thomas Jung „für viele Tausend Menschen erhebliche Beeinträchtigungen in der Mobilität mit sich“. Betroffen sind Autofahrer, Fußgänger und Radler. Hauptumleitungsrouten für Autofahrer sind die Straße „Am Europakanal“ bis Forsthaus- und Zirndorfer Brücke sowie die Südwesttangente.

In jedem Fall vermeiden will die Stadt laut Baureferent Joachim Krauße, dass der Ausweichverkehr monatelang die Abkürzung durch Wohngebiete wie das „Komponistenviertel“ in Dambach nimmt. Die teils schmalen Straßen, die nicht immer beidseitig mit Gehsteigen ausgestattet sind, gelten als ungeeignet, um die Kfz-Lawine aufzunehmen. Für viele Autofahrer heißt das: Sie müssen lange Umleitungsstrecken in Kauf nehmen. „Um keinen Schleichverkehr zu provozieren“ (Krauße), erwägt die Stadt auch drastische Maßnahmen wie die Errichtung einer Schranke an der Beethovenstraße.

Umgewöhnen müssen sich auch die Kunden der infra. Die Busse der Linie 171 enden in der Bauphase in Unterfürberg und überqueren den Kanal nicht. Dafür steuert die Linie 178 die Wohngebiete Oberfürberg, Heilstättensiedlung und Eschenau an. Und das alle siebeneinhalb Minuten, wie Klaus Dieregsweiler von der infra auf FN-Anfrage sagte. Folge der Taktverdichtung und Routenausweitung: Es kommen mehr Busse zum Einsatz.

Lösung für Schüler gesucht

Trotzdem gibt es in Oberfürberg Befürchtungen, dass viele Kinder und Jugendliche morgens unzumutbar lang unterwegs sind, bis sie die weiterführenden Schulen in der Innenstadt erreichen. Mit dem 178er dürfte das eine halbe Stunde länger dauern als jetzt, meint Sibylle Thumm, Mutter eines Sechst- und eines Achtklässlers. Als Grund nennt sie die vielen Stopps, die der Bus einlegt, ehe er über die Südstadt den Hauptbahnhof erreicht. Auch sei anzunehmen, dass der Umleitungsverkehr zu Staus und Behinderungen führe.

SPD-Fraktionschef Sepp Körbl hat im Bauausschuss mit Verweis auf solche Befürchtungen darum gebeten, früh einen Schnellbus einzusetzen, der Oberfürberger Schüler ohne Stopp ins Zentrum bringt. Die infra soll nun prüfen, was das kostet. Dieregsweiler sprach spontan von 200.000 Euro im Jahr. Entscheiden muss letztlich der Stadtrat. 

Birgit Heidingsfelder

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