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Unterwegs zu Fürths Naturschönheiten

Erster „BayernTour“-Rundgang mit dem Naturschützer und Stadtrat Herbert Schlicht - 06.09. 13:00 Uhr

FÜRTH  - Heimatkunde hieß früher das Schulfach, in dem Geschichte, Erdkunde und Biologie zusammengefasst waren. Als „Heimatkunde“ bezeichnet auch der Naturschutzwächter Herbert Schlicht seine Rundgänge, in denen er Wissenswertes über Mensch und Tier, Bauten, Flora und Fauna mischt.


Im Kreise seiner Fans: Herbert Schlicht brach am Samstag zu einer Erkundung der heimischen Flora und Fauna auf, über 65 Naturfreunde gingen mit.
Im Kreise seiner Fans: Herbert Schlicht brach am Samstag zu einer Erkundung der heimischen Flora und Fauna auf, über 65 Naturfreunde gingen mit.
Foto: Schuller

Das tut er schon seit 20 Jahren. Auch am Samstag ist Schlicht bei strahlendem Herbstwetter im Einsatz. Zweimal führt er im Rahmen der „BayernTour Natur 2010“ durch Vach entlang der Regnitz. Über 65 Leute machen mit, denn Schlicht hat eine richtige Fangemeinde. Die Menschen spüren, dass der 70-Jährige es ernst meint mit dem Umweltschutz.

Viele Teilnehmer hoffen darauf, die Vacher Weißstörche zu sehen, die auf einem Schlot der ehemaligen Dornbrauerei Quartier bezogen haben. Während die jungen schon Richtung Afrika unterwegs sind, sollen die alten noch da sein. Doch die schönen Schreitvögel lassen sich nicht blicken. Dafür kann man Mehlschwalben beobachten. Als „menschliche“ Überraschung tritt Pfarrer Markus Pöllinger auf, während Schlicht den 130-jährigen Ginkgo-Baum im Pfarrhof von St. Matthäus erklärt. Spontan lädt der Gottesmann die Gruppe in die Kirche ein. Es folgen eine Streuobstwiese und eine Flutmulde mit Eichen.

„Zipperla“ und „Zieserla“

Schlicht spricht über Herbstfrüchte und Beeren wie Weißdorn, Hartriegel und Cornellkirsche. Dabei verwendet er urfürtherische Ausdrücke wie „Zipperla“ für Renekloden. Die Frucht der Cornellkirsche, aus der man Marmeladen und Schnäpse zaubern kann, heißt „Zieserla“. Im Koppenwäldchen steht man auf einer Flugsanddüne aus der Eiszeit. Die vielen Schnaken, die die feuchte Witterung hervorgebracht hat, sorgen jedoch dafür, dass die Gruppe lieber nicht durchgeht. So hat die blauflügelige Ödlandschrecke, ein hier lebendes Fluginsekt, ihre Ruhe. In der Bieg, einer Flussbiegung, die nicht mehr existiert, ist mit 279 Metern der tiefste Punkt Fürths erreicht.

An der Brücke zur Regnitz rückt Schlicht den Biber in den Blickpunkt, der hier eine Pappel angeknabbert hat. Zwei Bauten der Nager gibt es am Regnitzufer. Schwieriger ist das Thema Kormoran. Auch er ist in Bayern zurück — zum Leidwesen der Teichwirte. „Aber er gehört auch zur Natur“, sagt Schlicht. „Die Menschen bestimmen, welche Fische in den Seen leben, nicht der Kormoran.“ Der reagiere nur auf ein Überangebot von Nahrung, wenn viele Fische im Teich sind.

Nächste Führung im Rahmen der „BayernTour Natur 2010“ am 12. September um 14 Uhr, Treffpunkt am Karlsteg. 





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