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Urlaubsstimmung im Seniorenheim

„Bella Italia“ gibt am Fürther Südstadtpark den Ton an — Lange Vorbereitung - 22.09.2012 16:00 Uhr

FÜRTH  - Südländische Klänge hallen durch das Foyer. An den Wänden hängen grünweiß–rote Flaggen. Der Duft von Pizza liegt in der Luft — doch es handelt sich nicht um das Gartenfest eines italienischen Vereins. Schauplatz ist vielmehr das „Sofienheim“ am Fürther Südstadtpark. „Bella Italia“ hat Einzug gehalten in den Seniorenwohnsitz. Im Rahmen einer Projektwoche können die 98 Bewohner und deren Angehörige Gespräche über vergangene Urlaubreisen führen, an einem Quiz teilnehmen oder italienischer Musik lauschen. Die Fürther Nachrichten sprachen mit der Sozialpädagogin und Mitorganisatorin Friederike Sedders über schöne Erinnerungen, Projektgruppen und Zukunftspläne.

In bunten Trachten verbreiten diese Fest-Teilnehmerinnen italienische Lebensfreude im Seniorenheim am Fürther Südstadtpark.
In bunten Trachten verbreiten diese Fest-Teilnehmerinnen italienische Lebensfreude im Seniorenheim am Fürther Südstadtpark.
Foto: Stöckl
In bunten Trachten verbreiten diese Fest-Teilnehmerinnen italienische Lebensfreude im Seniorenheim am Fürther Südstadtpark.
In bunten Trachten verbreiten diese Fest-Teilnehmerinnen italienische Lebensfreude im Seniorenheim am Fürther Südstadtpark.
Foto: Stöckl

Frau Sedders, wie kann man sich das jetzt vorstellen: Schwelgen in dieser Woche alle Senioren in Urlaubserinnerungen?

Friederike Sedders: Ja. Zum einen werden Erinnerungen an die vergangen Reisen nach Italien wach, als unsere Bewohner in den 70er und 80er Jahren gemeinsam mit ihren Kindern eine schöne Zeit verbrachten. Zum anderen sorgt die Woche aber auch für Abwechslung und Unterhaltung.

Wie kam es ausgerechnet zum Thema Italien?

Sedders: Gerade für unsere an Demenz erkrankten Bewohner ist es ein tolles Thema. Das Personal kann so sehr viel Biografiearbeit leisten. Das ist sehr wichtig, da sich die Betroffenen oft noch gut an die Vergangenheit erinnern können, somit auch an Urlaube. So treten alle gemeinsam leichter in Kontakt und die Senioren werden aufgeschlossener. Es ist ein sehr großes Erfolgserlebnis, wenn sie das, was wir ihnen anbieten, auch nachvollziehen können.


Bleiben wir beim Kontakt zwischen Personal und Bewohnern: Inwiefern sind die Senioren an der Projektwoche beteiligt?

Sedders:
Sie erleben alles hautnah mit, helfen bei den Vorbereitungen, basteln beispielsweise Fensterschmuck, und auch während der Woche gibt es viele Gesprächsrunden oder Quizspiele, an denen sie teilnehmen können. Schließlich ist es ihr Fest.

Wie lange dauert es, bis so eine Veranstaltung geplant ist?


Sedders: Das dauert viele Wochen. Wir haben sogar extra eine Projektgruppe gebildet. Hier arbeiten der Sozialdienst und die Betreuungskräfte Hand in Hand zusammen.

Hat sich der große Aufwand gelohnt?

Sedders: Wir haben bisher ausschließlich positive Resonanzen von den Senioren bekommen. Aber auch die Angehörigen zeigen sich angetan, sie wissen unsere Arbeit sehr zu schätzen.

Wie wichtig sind solche Projektwochen für die Heimbewohner?


Sedders:
Sehr wichtig. So haben sie die Möglichkeit den Wohnbereich zu verlassen und ins Foyer zu kommen. Außerdem treffen sie hier weitere Bewohner, die sich sonst auf anderen Stockwerken aufhalten. Zudem bringen wir auch Leute von außen herein, Sänger beispielsweise. Die Senioren können ja nicht mehr zu Konzerten gehen. Wir setzten so Akzente und Höhepunkte im Alltag.

Gibt es nach diesem Ereignis weitere Zukunftspläne?

Sedders: Nächstes Jahr gibt es vielleicht eine fränkische Woche, um den Bewohnern unsere Heimat etwas näherzubringen. Schließlich müssen wir ja nicht immer in die Ferne schweifen.
  

Interview: SANDRA STÖCKL


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