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Veitsbronner Etat mit Rekordzahlen

Selbst ohne neue Schulden hat die Kommune genug Spielraum für Investitionen - 20.04.2017 06:00 Uhr

Der Veitsbronner Haushalt hat ein Gesamtvolumen von 17,8 Millionen Euro. © dpa


Es gibt vieles, über das man sich in diesem Jahr beim Haushalt freuen kann: Schlüsselzuweisung von 1,43 Millionen Euro oder die Einkommensteuerbeteiligung von 3,7 Millionen Euro wie auch die Gewerbesteuer mit 1,5 Millionen Euro.

Auf der Seite der Ausgaben fällt die Kreisumlage mit 2,61 Millionen Euro ins Gewicht. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung um fast 679 000 Euro.

Der Verwaltungshaushalt, der die laufenden Kosten enthält, umfasst 13,1 Millionen Euro und erwirtschaftet einen Überschuss von beinahe 1,2 Millionen Euro. Dies wird dem Vermögenshaushalt für die investiven Ausgaben zugeführt.

Angesichts der guten Zahlen leistet sich Veitsbronn heuer etwas: Vorgesehen sind Investitionen von rund 4,62 Millionen Euro. Der Erweiterungsbau des Kindergartens an der Erlenstraße kostet 760 000 Euro, der an der Waldstraße noch einmal 860 000 Euro. Stattlich auch die Summe, die in den Untergrund fließt: 1,09 Millionen Euro sind für den Bereich Abwasserbeseitigung veranschlagt. Die Kosten für Brandschutzmaßnahmen der Zenngrundhalle liegen bei 150 000 Euro. Für die Errichtung anonymer Bestattungsmöglichkeiten sowie einer Urnenwand werden 343 000 Euro eingeplant. Die gute Finanzlage und der Griff auf die Rücklagen macht die Maßnahmen möglich: 2,7 Millionen Euro werden der Reserve entnommen.

Von den Krediten früherer Jahre will Veitsbronn rund 300 000 Euro tilgen. Die Verschuldung wird zum Jahresende bei rund 1,35 Millionen Euro liegen.

"Der diesjährige Haushalt ist ein Abbild der Bandbreite von Kommunalpolitik, von absoluten Pflichtaufgaben bis hin zu wünschenswerten freiwilligen Leistungen", sagte Bürgermeister Kistner.

Dass der Kämmerer mittlerweile dazu übergegangen sei, sogenannte Haushaltsausgabereste zu bilden und diese sichtbar auszuweisen, begrüßte Kistner. So habe man stets deutlich vor Augen, welche Maßnahmen zwar fest beschlossen, aber noch nicht umgesetzt oder noch nicht abgerechnet worden seien.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jörg Lehnberger kritisierte, dass die Rücklagen "geplündert werden". Dass die Kommune zudem langfristig von hohen Steuereinnahmen profitieren werde, ist aus seiner Sicht nicht zu erwarten. "Große Sorge" äußerte Lehnberger in Bezug auf die Entlastungsstraße. Er glaubt, dass eine Entscheidung darüber "auf die lange Bank geschoben" werde. Dass hier erst Millionen für die Planung ausgegeben werden, ohne die Bürger vorab befragt zu haben, bezeichnete er als "Schildbürgerstreich".

Ein weiterer Kritikpunkt auf der Liste des SPD-Fraktionsvorsitzenden war die Tatsache, dass nicht klar sei, was künftig mit dem Gebäude der Mittelschule passieren soll. "Es heißt, man könnte ein Vereinshaus daraus machen. Aber wer trägt die Kosten dafür? Hier werden leichtfertig Erwartungen geweckt."

Für die CSU hingegen resümierte Stefan Landauer: "Der Haushalt zeigt: Gutes wird erhalten, und es geht weiter nach vorne." So habe die Wirtschaft in der Kommune mittlerweile ein "hohes Niveau" erreicht und das neue Gewerbegebiet "Bruckleite" garantiere, dass sich die Gewerbesteuer weiterhin positiv entwickeln könne. Ganz so optimistisch zeigte er sich allerdings nicht in Bezug auf die Schlüsselzuweisungen und die Einkommensteuerbeteiligung. Die Mitglieder des Gemeinderates bat er für die Zukunft um mehr Sachlichkeit.

Dafür sprach sich auch Oliver Schandri (WBH) aus. Er kritisierte die häufige Uneinigkeit im Gremium. Mit Blick auf den Haushalt plädierte er dafür, auch künftig auf Nachhaltigkeit zu setzen. 

NINA DAEBEL

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