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Jüdisches Museum Franken und Katholisches Dekanat Fürth kooperieren - 17.03.2017 17:20 Uhr

Deutschlandweit bislang ohne Beispiel: Der katholische Religionslehrer Heiko Quinkler (links neben Museumsleiterin Daniela Eisenstein, Trägervereinschef Alexander Küßwetter, Museumspädagogin Katrin Thürnagel und Dekan André Hermany) zählt zu den Schulprogramm-Entwicklern im Jüdischen Museum.

Deutschlandweit bislang ohne Beispiel: Der katholische Religionslehrer Heiko Quinkler (links neben Museumsleiterin Daniela Eisenstein, Trägervereinschef Alexander Küßwetter, Museumspädagogin Katrin Thürnagel und Dekan André Hermany) zählt zu den Schulprogramm-Entwicklern im Jüdischen Museum. © Foto: privat


"Das gab es so noch nie", sagt Daniela Eisenstein. Die Museumsleiterin und der katholische Dekan André Hermany haben eine Zusammenarbeit vereinbart, die nicht zuletzt die Schulprogramme betrifft, die Grund- und Mittelschüler in Zukunft im Jüdischen Museum Franken in der Königsstraße erwartet. Sobald der Erweiterungsbau fertiggestellt ist, kann dieses weitgefächerte Angebot dank entsprechender Räume noch wesentlich intensiviert werden.

An der Konzeption dieser Programme wirkt bereits jetzt der katholische Religionslehrer Heiko Quinkler mit. Der 47-Jährige, der an der Maischule unterrichtet, verbringt vier Stunden seiner wöchentlichen Arbeitszeit im Museum. Neben der Arbeit an neuen Bildungsprojekten ist er auch damit betraut, Verbindungen zwischen dem Museum, den Schulen und den kirchlichen Einrichtungen zu schließen. So sollen zum Beispiel Kinder und Jugendliche in der Kommunion- und Firmvorbereitung bald mehr über das jüdische Leben erfahren können.

"Die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Judentum hilft, den eigenen Glauben besser zu verstehen", erklärt Hermany seinen Ansatz bei diesem Projekt. Die Stelle, die vom Erzbischöflichen Ordinariat Bamberg finanziert wird, ist zunächst bis Juli befristet. Der Dekan ist aber zuversichtlich, dass dieses besondere Engagement verlängert und möglicherweise sogar ausgebaut wird. Hermany kündigt an, dass er Gespräche führen will, um zudem für eine kommunale Unterstützung der Kooperation zu werben.

Heiko Quinkler hat sich für seine neue Aufgabe auch durch eine Zertifizierung in Museumspädagogik an der Uni Würzburg empfohlen; zudem führt er seit vier Jahren regelmäßig Besucher durch das Jüdische Museum Franken in den Dependancen Fürth und Schnaittach. Darüber hinaus betreut er für das Dekanat Fürth Bildungsangebote zu jüdischen Jahres- und Lebensfesten und organisiert Weiterbildungen mit jüdischen Theologen und Bibelexperten.

Wie wichtig diese Form des Miteinanders ist, betont Alexander Küßwetter, Vorsitzender des Museums-Trägervereins: "Zu meiner Schulzeit wurde das jüdische Leben im Unterricht nicht vermittelt, nur dank meiner Eltern erfuhr ich etwas davon." Dabei seien die fränkisch-jüdische Geschichte und Kultur als Teil der fränkischen Landesgeschichte zu begreifen: "Umso wichtiger ist es, heute Lehrer als Multiplikatoren mit ins Boot zu holen." Die bundesweit einmalige Kooperation von Museum und Dekanat ist übrigens bereits für zwei Preise vorgeschlagen worden. Neben einem Wettbewerb des Berufsverbands für Beschäftigte in Seelsorge und Schule handelt es sich dabei um den Innovationspreis der Deutschen Bischofskonferenz. 

SABINE REMPE

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