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Donnerstag, 13.12.2018

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VHS: Im Schulterschluss fit für die Zukunft

Volkshochschulen schließen sich zusammen — Boßtal und Oberasbach machen es vor - 12.08.2018 16:48 Uhr

Ab sofort im Verbund: Gabriele Olesch (Roßtal) und Gerd Hable (Oberasbach) zeigen das erste gemeinsame Plakat. © Foto: Morhard


Eine kleine Runde mit den Bürgermeistern an der Spitze bespricht im Roßtaler Rathaus die letzten Details, bevor die Unterschriften von Birgit Huber (Oberasbach) und Johann Völkl (Roßtal) den Kooperationsvertrag besiegeln. Anlass ist eine Änderung des Erwachsenenbildungsförderungsgesetzes. Dieses Gesetz regelt unter anderem die Förderung der Bildungsstätten, verlangt aber im Gegenzug gewisse Qualitätsstandards. Eine Folge davon ist, dass kleine Einrichtungen nicht mehr eigenständig überleben können und sich Partner suchen müssen.

So geschehen auch in Roßtal. Bürgermeister Völkl räumt ein, dass die VHS in der Marktgemeinde allein nicht hätte existieren können; die größere VHS Oberasbach hingegen schon. Aus dem gleichen Grund haben sich die Zenngrundgemeinden zusammen getan: Langenzenn, Veitsbronn, und Wilhermsdorf bilden nun einen Verbund mit Cadolzburg und Obermichelbach. Auch Stein und Zirndorf werden demnächst einen entsprechenden Vertrag unterzeichnen.

Einzige Ausnahme im Landkreis Fürth ist Großhabersdorf, das noch keinen Partner präsentieren kann. Wie Kornelius Schlehlein, Schatzmeister des Bayerischen Volkshochschulverbandes, betont, muss sich die dortige VHS aber bewegen, ansonsten droht ihr das Aus der Förderung. Die Mindestanforderungen von 2400 Teilnehmern an den Kursen, Vorträgen oder Fahrten und 150 Veranstaltungen pro Semester können die kleinen Institutionen nicht erfüllen.

Für die Teilnehmer, meinen der Oberasbacher VHS-Leiter Gerd Hable und die Roßtalerin Gabriele Olesch, hat der Verbund nur Vorteile. Erster Ausdruck des gemeinsamen Weges ist das Programmheft des Wintersemesters: Gelb steht für Roßtal, blau für Oberasbach als Veranstaltungsort. Roßtaler, die einen Oberasbacher Kurs entdecken, der sie interessiert, können sich ab sofort in ihrer Heimatkommune anmelden und umgekehrt. Beide Geschäftsstellen sind künftig Ansprechpartner für beide Einrichtungen. Das ermöglicht auch großzügigere Öffnungszeiten.

In Zukunft plant man Absprachen bezüglich des Programms, aber auch das gemeinsame Engagement von Dozenten. Spätestens ab dem Sommersemester 2019 soll dies so weit sein.

"Es ist ein Riesenschritt nach vorn", sagt Gabriele Olesch. Sie denkt dabei auch an gegenseitige Vertretung im Krankheitsfall oder Urlaub. Und Gerd Hable ergänzt: "In der VHS-Familie hat man sich schon immer gegenseitig unterstützt, aber jetzt wird das intensiviert."

Zufrieden ist auch Schlehlein vom VHS-Verband: "Nur durch die Verbünde sind die Volkshochschulen für gesellschaftlichen Herausforderungen wie die Integrationsbildung oder den demografischen Wandel gerüstet." Schon vor der gesetzlichen Änderung bildete Oberasbach eine lose Arbeitsgemeinschaft mit Zirndorf. Wie Birgit Huber betonte, war dies aber hauptsächlich auf ein gemeinsames Programmheft beschränkt. Nicht aneinander angepasst waren damals die Satzungen oder die Honorarsätze. 

BEATE DIETZ

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