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„Vielleicht war es ein Schlüsselerlebnis“

Die Fans der SpVgg konnten endlich wieder jubeln und haben Zuversicht gewonnen — „Überfälliges Zeichen“ - 04.02.2013 13:00 Uhr

FÜRTH  - 17 Spieltage mussten die Fans der SpVgg Greuther Fürth auf einen Sieg warten. Auf Schalke durften sie endlich wieder jubeln. Ob das die Wende bedeutet und Mike Büskens’ Job wieder sicher ist? Die FN fragten nach bei einigen Anhängern.

Geschafft: Nach vielen vergeblichen Anläufen gelang der SpVgg (hier Wolfgang Hesl, Mergim Mavraj und Lasse Sobiech) der zweite Sieg. Nun schöpfen die Fans Hoffnung, dass der Abstieg doch noch verhindert werden kann.
Geschafft: Nach vielen vergeblichen Anläufen gelang der SpVgg (hier Wolfgang Hesl, Mergim Mavraj und Lasse Sobiech) der zweite Sieg. Nun schöpfen die Fans Hoffnung, dass der Abstieg doch noch verhindert werden kann.
Foto: Zink
Geschafft: Nach vielen vergeblichen Anläufen gelang der SpVgg (hier Wolfgang Hesl, Mergim Mavraj und Lasse Sobiech) der zweite Sieg. Nun schöpfen die Fans Hoffnung, dass der Abstieg doch noch verhindert werden kann.
Geschafft: Nach vielen vergeblichen Anläufen gelang der SpVgg (hier Wolfgang Hesl, Mergim Mavraj und Lasse Sobiech) der zweite Sieg. Nun schöpfen die Fans Hoffnung, dass der Abstieg doch noch verhindert werden kann.
Foto: Zink

Während das Kleeblatt auf Schalke um Punkte kämpfte, half Zirndorfs Bürgermeister Thomas Zwingel der eigenen Fitness im Stadtwald auf die Sprünge. Doch so recht konnte sich der Walker nicht auf einen flüssigen Bewegungsablauf konzentrieren. „Alle paar Minuten musste ich den Liveticker auf meinem i-Phone aktualisieren“, sagt der bekennende SpVgg-Fan. Den entscheidenden Treffer in der Nachspielzeit quittierte Zwingel mit einem derart lauten Schrei, dass seine Frau zusammenschrak und fragte, ob ihm etwa passiert sei. Gut gefallen hat ihm der Auftritt der Fürther, „weil sie sich ganz anders präsentiert haben als zuletzt“. Was der Sieg wert sei, sagt Zirndorfs Stadtoberhaupt, werde sich allerdings erst am nächsten Wochenende weisen: „Gegen Wolfsburg müssen die Fürther jetzt nachlegen.“


Der Fürther Entertainer Volker Heißmann war gerade auf der Rückfahrt von Veitshöchheim, als im Radio die Nachricht „Tor auf Schalke“ kam. Heißmann: „Mist, habe ich mir gedacht, können die Fürther nicht mal das 1:1 halten, das ja schon klasse war.“ Selbstkritisch räumt der Komiker ein, das positive Denken im Bezug auf die SpVgg schon verlernt zu haben. Umso größer ist nun Heißmanns Begeisterung, wenn er nach einem rundum perfekten Wochenende mit Fasching, Fußball und Schäufele jubelt: „Etzt pack mers. Für einen Relegationsplatz reicht’s allemal noch und die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Roland Slupecki, erster Vorstand des Fanclubs Green White Crocodiles, war in den entscheidenden 90 Minuten nicht im Wald und nicht im Auto, sondern: auf Schalke. „Das war ein wunderschöner Sieg in einem wunderschönen Stadion“, schwärmt er. „So viele Menschen sind sich in den Armen gelegen. Dann kam die Mannschaft, sie hat uns gefeiert — und wir sie.“ Momente großen Glücks, die seit dem Aufstieg in die Bundesliga selten geworden sind. „Absolut euphorisch“ traten die Mitglieder des Fanclubs die Heimreise an, die in ihrem Fall glücklicherweise ungestört verlief. 

Ein absoluter Befreiungsschlag

Das 2:1, sagt Slupecki, sei ein „absoluter Befreiungsschlag“. Das Kleeblatt sei ganz anders aufgetreten als gegen Mainz, „und unsere Neuzugänge haben richtig eingeschlagen“. Slupecki ist daher hoffnungsvoll: Wolfsburg sei absolut zu schlagen. Dann noch ein Sieg und noch einer — „dann ist man dank der Drei-Punkte-Regelung ruckzuck wieder dabei“.

Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung verpasste die Sensation erst einmal. „Beim Stand von 1:1 habe ich das Radio ausgeschaltet, weil ich ja weiß, dass die Schlussphase für Fürth oft schrecklich ist.“ Als er das Ergebnis später hörte, war er „aus dem Häuschen“. Mit dem Sieg habe sich die SpVgg „eindrucksvoll zurückgemeldet“. Jung glaubt: „Das kann Emotionen und Kräfte freisetzen, die wieder vieles möglich machen.“

Für Jung war die Partie auch ein — „überfälliges“ — Zeichen dafür, dass die Mannschaft ihren Trainer behalten will. Nach dem Spiel gebe es „überhaupt keinen Anlass, an der Trainerkompetenz zu zweifeln“. Wichtig wäre nun der erste Heimsieg, „das wäre der Durchbruch“. Er hofft, dass möglichst viele Fans das Kleeblatt im Ronhof unterstützen.

„Es war die richtige Reaktion, und vielleicht war es ein Schlüsselerlebnis“, sagt Matthias Schreppel, Vorsitzender des Fanclubs Sportfreunde Ronhof. Sehr rührend sei der Glückstaumel der Fans im Stadion gewesen. Schreppel wünscht sich, dass das Team „an die minimale Chance“ glaubt — gemeinsam mit Mike Büskens übrigens. Er selbst sah dessen Job zwar nicht gefährdet, vorsichtshalber aber erinnert er SpVgg-Präsident Hack daran, dass dieser angekündigt habe, mit Mike Büskens auch in die zweite Liga zu gehen. Sicher habe Büskens einen „Aufstiegsbonus“: „Er hat uns etwas gegeben, was uns so schnell keiner geben kann.“ Aber nicht nur deshalb sei er der Richtige: Schreppel schätzt, wie der Trainer mit den Fans umgeht. „Er ist auf dem Boden geblieben“. 

heh/di/czi


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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Spielvereinigung jedoch nie wieder an die großen Erfolge anknüpfen und sich folglich auch nicht für die 1963 gegründete Bundesliga qualifizieren.
Mit dem Sturz bis in die Landesliga versank der Traditionsverein in den 80er Jahren endgültig in der Bedeutungslosigkeit. Aufwärts ging es erst wieder 1994, als die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga gelang. Zwei Jahre später trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Seitdem gehören die Geldsorgen der Vergangengeit an, der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt.
Seit 1997 spielte die Spielvereinigung ununterbrochen in der 2. Bundesliga, bis im Mai 2012 endlich der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga gelang. Dort allerdings blieb der Erfolg aus, so dass Fürth in der Saison 2013/2014 wieder im Unterhaus antreten muss. Seine Heimspiele trägt der Verein, der im Volksmund "Kleeblatt" genannt wird, dann wie gewoht im altehrwürdigen Ronhof aus. Ein geplanter Stadionneubau am Rhein-Main-Donaukanal hat sich Ende 2012 zerschlagen.


Deutscher Meister: 1914, 1926, 1929


Der Kleeblatt-Kader in der Saison 2012/13
Galerie Kader SpVgg Greuther Fuerth 2012/13