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Während das Kleeblatt auf Schalke um Punkte kämpfte, half Zirndorfs Bürgermeister Thomas Zwingel der eigenen Fitness im Stadtwald auf die Sprünge. Doch so recht konnte sich der Walker nicht auf einen flüssigen Bewegungsablauf konzentrieren. „Alle paar Minuten musste ich den Liveticker auf meinem i-Phone aktualisieren“, sagt der bekennende SpVgg-Fan. Den entscheidenden Treffer in der Nachspielzeit quittierte Zwingel mit einem derart lauten Schrei, dass seine Frau zusammenschrak und fragte, ob ihm etwa passiert sei. Gut gefallen hat ihm der Auftritt der Fürther, „weil sie sich ganz anders präsentiert haben als zuletzt“. Was der Sieg wert sei, sagt Zirndorfs Stadtoberhaupt, werde sich allerdings erst am nächsten Wochenende weisen: „Gegen Wolfsburg müssen die Fürther jetzt nachlegen.“
Der Fürther Entertainer Volker Heißmann war gerade auf der Rückfahrt von Veitshöchheim, als im Radio die Nachricht „Tor auf Schalke“ kam. Heißmann: „Mist, habe ich mir gedacht, können die Fürther nicht mal das 1:1 halten, das ja schon klasse war.“ Selbstkritisch räumt der Komiker ein, das positive Denken im Bezug auf die SpVgg schon verlernt zu haben. Umso größer ist nun Heißmanns Begeisterung, wenn er nach einem rundum perfekten Wochenende mit Fasching, Fußball und Schäufele jubelt: „Etzt pack mers. Für einen Relegationsplatz reicht’s allemal noch und die Hoffnung stirbt zuletzt.“
Roland Slupecki, erster Vorstand des Fanclubs Green White Crocodiles, war in den entscheidenden 90 Minuten nicht im Wald und nicht im Auto, sondern: auf Schalke. „Das war ein wunderschöner Sieg in einem wunderschönen Stadion“, schwärmt er. „So viele Menschen sind sich in den Armen gelegen. Dann kam die Mannschaft, sie hat uns gefeiert — und wir sie.“ Momente großen Glücks, die seit dem Aufstieg in die Bundesliga selten geworden sind. „Absolut euphorisch“ traten die Mitglieder des Fanclubs die Heimreise an, die in ihrem Fall glücklicherweise ungestört verlief.
Das 2:1, sagt Slupecki, sei ein „absoluter Befreiungsschlag“. Das Kleeblatt sei ganz anders aufgetreten als gegen Mainz, „und unsere Neuzugänge haben richtig eingeschlagen“. Slupecki ist daher hoffnungsvoll: Wolfsburg sei absolut zu schlagen. Dann noch ein Sieg und noch einer — „dann ist man dank der Drei-Punkte-Regelung ruckzuck wieder dabei“.
Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung verpasste die Sensation erst einmal. „Beim Stand von 1:1 habe ich das Radio ausgeschaltet, weil ich ja weiß, dass die Schlussphase für Fürth oft schrecklich ist.“ Als er das Ergebnis später hörte, war er „aus dem Häuschen“. Mit dem Sieg habe sich die SpVgg „eindrucksvoll zurückgemeldet“. Jung glaubt: „Das kann Emotionen und Kräfte freisetzen, die wieder vieles möglich machen.“
Für Jung war die Partie auch ein — „überfälliges“ — Zeichen dafür, dass die Mannschaft ihren Trainer behalten will. Nach dem Spiel gebe es „überhaupt keinen Anlass, an der Trainerkompetenz zu zweifeln“. Wichtig wäre nun der erste Heimsieg, „das wäre der Durchbruch“. Er hofft, dass möglichst viele Fans das Kleeblatt im Ronhof unterstützen.
„Es war die richtige Reaktion, und vielleicht war es ein Schlüsselerlebnis“, sagt Matthias Schreppel, Vorsitzender des Fanclubs Sportfreunde Ronhof. Sehr rührend sei der Glückstaumel der Fans im Stadion gewesen. Schreppel wünscht sich, dass das Team „an die minimale Chance“ glaubt — gemeinsam mit Mike Büskens übrigens. Er selbst sah dessen Job zwar nicht gefährdet, vorsichtshalber aber erinnert er SpVgg-Präsident Hack daran, dass dieser angekündigt habe, mit Mike Büskens auch in die zweite Liga zu gehen. Sicher habe Büskens einen „Aufstiegsbonus“: „Er hat uns etwas gegeben, was uns so schnell keiner geben kann.“ Aber nicht nur deshalb sei er der Richtige: Schreppel schätzt, wie der Trainer mit den Fans umgeht. „Er ist auf dem Boden geblieben“.

Fr. 24.05.13
Do. 23.05.13
Do. 23.05.13
Do. 23.05.13
Mi. 22.05.13