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Vincenzenbronner protestieren mit einem Dixiefest

Einen bürgerverträglichen Ausbau gefordert: Initiative informierte, warum sie die geplante Ortsumgehung ablehnt - 03.07.2016 14:00 Uhr

Eine vier Meter hohe Holzwand (im Bild hinten) sollte den Besuchern des Vincenzenbronner Dixiefestes die Dimensionen des geplanten Lärmschutzwalls vermitteln. © Foto: Oliver Barthelmes


Für die Trasse sind etwa 3,5 Hektar Fläche nötig, kalkuliert ist sie auf rund neun Millionen Euro. Das Staatliche Bauamt hat bereits die Planungen im Ort vorgestellt, der Gemeinderat mit knapper Mehrheit dafür gestimmt.

Nach der Präsentation sei man entsetzt gewesen, wie Marlene Herrmann, Ortsvorsitzende vom Bund Naturschutz, meinte. Besonders prekär: Die geplante Trasse verläuft im engsten Talgrund zur Bibert, bietet damit weniger Raum für Hochwasser und führt zu erhöhter Fließgeschwindigkeit, zumal zusätzlich auch die Straße entwässert werden müsste. Außerdem zweifeln die Vincenzenbronner am Entlastungseffekt für den Ort. Es gehe wohl eher um eine Entlastung des Ballungsraums und eine bessere Anbindung zu den Autobahnen A 3 und A 6, meint Herrmann.

Missmut erzeugt zudem der geplante, etwa vier Meter hohe Lärmschutzwall, der die Bürger von ihrem Erholungsgebiet und einem Bolzplatz abschneiden würde. Den gewünschten Effekt kann Herrmann nicht erkennen: „Der Lärm geht auf die Hanglage. Du denkst, du stehst neben der Straße.“

Für die Besucher des Dixiefests wurde exemplarisch eine vier Meter hohe Holzwand aufgestellt, mit einer Plane auf einem Feld wurde die Breite der Ortsumgehung simuliert. Geplant ist zudem auf der anderen Straßenseite ein Zaun für Fledermäuse. Die Tierwelt könnte dem Straßenbauamt möglicherweise einen Strich durch die Rechnung machen. Denn nachgewiesen werden konnte unter anderem die Schmetterlingsart des Wiesenknopf-Ameisenbläulings, die als FFH-Art eingetragen ist.

Veto der Naturschutzbehörde?

Die Koordinaten des Fundorts wurden bereits an die Behörde zur Prüfung weitervermittelt. Die Hoffnungen ruhen daher auf einem Veto der Unteren und Oberen Naturschutzbehörde oder des Wasserwirtschaftsamts und nicht zuletzt des Landrats, denn die Trasse verläuft auf dem Paneuropa-Radweg. Letzter Ausweg wäre ein Bürgerbegehren oder anwaltliche Hilfe. Nachdem sich in einer Befragung im vergangenen Jahr auch die Bürger mit knapper Mehrheit für die Ortsumgehung ausgesprochen hatten, sollte laut Andreas Zill als Lösung „gemeinschaftlich etwas gebaut werden, wovon alle etwas haben“. Angestrebt ist daher der „bürgerverträgliche Ausbau“ (Herrmann) der Ortsdurchfahrt mit sicheren Einmündungen, Flüsterasphalt, anständigen Gehsteigen und Schallschutzfenstern.

Die Bürgerinitiative trifft sich jeden zweiten Montag im Monat im Bürgerhaus ab 20 Uhr. 

Oliver Barthelmes

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