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Warum diese Schau ausgerechnet „Spielzeugträume“ heißt? Die Frage erübrigt sich, sobald Heinz Bruder über seine Arbeit spricht. Der Sohn des Firmengründers, der am 16. Juni seinen 80. Geburtstag feiern wird, lässt mit wenigen Worten pure Begeisterung aufleben. „Man macht das alles mit einer gewissen Liebe, wenn man eine Idee entwickelt. Dann ist das fast so, als würde man ein kleines Kind aufziehen“, sagt er und schaut dabei beinahe zärtlich einen zum Spielen verlockenden Kran-Lkw an.
Der runde Geburtstag Bruders ist ein Grund für die Ausstellung im Stadtmuseum. Zum anderen, betonte Oberbürgermeister Thomas Jung bei der Vorstellung der Schau, sei es natürlich besonders schön, dass im Stadtmuseum, das den Namen Ludwig Erhards trage, eine erfolgreiche Fürther Wirtschaftsgeschichte präsentiert werden könne. „Erhard wäre bestimmt begeistert gewesen“, vermutete Jung. Er lobte, dass es sich bei Bruder um ein beispielhaftes Familienunternehmen handele: „Über Generationen sind Sie ein wichtiger Arbeitgeber und Steuerzahler.“
„Wir sind ein Teil von Fürth, unser Herz hängt daran“, versicherte Paul Heinz Bruder, der die Geschäfte in der dritten Generation führt. Der Enkel des Firmengründers und Sohn von Heinz Bruder, berichtete kurz
von der Entwicklung der Firma, die
1926 als Ein-Mann-Betrieb gegründet wurde. Paul Heinz Bruder betonte: „Ich habe von meinen Eltern Elfriede und Heinz sehr viel gelernt, vor allem Werte wie Nachhaltigkeit und Langfristigkeit.“ Er lobte die Weitsicht des Vaters, der sich frühzeitig um Erweiterungsgrundstücke für den Betrieb gekümmert habe, und machte klar: „Wir sind dem Standort Burgfarrnbach immer treu geblieben und werden das auch weiterhin tun.“
Beim Rundgang durch die Ausstellung demonstrierte Heinz Bruder, wie die erste Handpresse funktionierte, mit der sein Vater einst in der Küche arbeitete. Damit wurden sogenannte Stimmen produziert, die zum Beispiel Spielzeugtrompeten zum Tröten bringen. Und dann kommt wieder so ein Moment, in dem der 79-Jährige Leidenschaft für seine Produkte erkennen lässt. Die ausgestellte Plastik-Mundharmonika sei sogar richtig gestimmt: „Schade, dass die Vitrine verschlossen ist, sonst könnte ich das mal vorspielen“, sagt er bedauernd.
Seine Kreativität machte aus dem kleinen Handwerksbetrieb einen vielbeachteten Mitspieler auf dem internationalen Spielzeugparkett. Seine Ideen stecken auch in den Details wie den Sicherheitsplomben, die in Burgfarrnbach in den 60ern für die Lufthansa produziert wurden. Bruder optimierte sie: „Da ging es ja pro Stück nur um Pfennige“, erklärt er heute. „Aber man sieht hier noch immer, dass man mit wenig Geld viel sparen kann.“
Von den Anfängen bis zu den neuesten Entwicklungen reicht die Spannweite der Ausstellung. Ganz aktuell ist ein Diorama, in dem ein paar sehr gelenkige Bauarbeiter mit originalgetreuen Baumaschinen eine Straße teeren: „Diese Figuren werden aus einem Vier-Komponenten-Kunststoff gefertigt, sie lassen sich ganz natürlich bewegen“, erklärt Paul Heinz Bruder.
Viele Erinnerungen werden wach beim Rundgang. Nicht nur bei Stadtmuseums-Hausherr Martin Schramm, der gestand: „Ich hatte gleich mehrere Aha-Erlebnisse in der Art von ,Dieses Modell hatte ich in Rot, nicht in Blau’“. Oberbürgermeister Jung verriet, dass er sich jedes Mal freue, wenn er im Ausland ein Bruder-Modell in einem Spielzeugladen sehe: „Das ist für mich dann ein Stück Heimat.“ Heinz Bruder berichtete, dass die Familie auch in den USA vertreten ist. Tochter Beate Caso leitet dort ein erfolgreiches Vertriebsbüro.
Und dann drücken Vater und Sohn ganz schnell noch auf den Knopf, der beim großen gelben Kran-Lkw sämtliche Lichter blinken lässt. Ein Spaß, den die Ausstellung auch für Kinder verspricht. Sie dürfen nämlich Fahrzeuge und Baumaschinen in einer Spielecke ausprobieren, während die Erwachsenen in den Vitrinen garantiert Vertrautes aus ihrer Kinderzeit entdecken.
„Spielzeugträume“: Stadtmuseum Fürth Ludwig Erhard, Ottostraße 2. Dienstags bis donnerstags 10-16 Uhr, 1. Donnerstag im Monat 10-22 Uhr, samstags 13-17 Uhr, Sonn- und Feiertage 10-16 Uhr. 3/2, Familien 6 Euro. Bis 29. April.



